Diese Ausgabe fasst die Kalenderwochen 39 bis 42 zusammen. In diesen vier Wochen erschienen mehrere neue Zählungen zu humanoiden Robotern. Marktforscher, ein Branchenverband und Hersteller nennen Werte zwischen 7.000 und 36.000. Dazu kamen große Ziele: Shanghai will 8.000 Humanoide in seine Fabriken bringen, XPeng seinen Humanoiden 2027 nach Europa. Wo aber Hersteller in Börsenunterlagen Stückzahlen nennen, eine Behörde einen Test genehmigt oder ein Kunde selbst Auskunft gibt, werden die Zahlen klein: sechs, drei, acht, 20, zwei oder drei. Die Ausgabe folgt deshalb einer Frage: Wie viele Humanoide arbeiten heute in echten Abläufen, und was ist nur angekündigt?
Fünf Zählungen.
Drei Messgrößen.
IDC zählt für das erste Halbjahr 2026 knapp 25.000 ausgelieferte Humanoide, Frost & Sullivan 36.000 verkaufte. Der Branchenverband IFR kommt für das ganze Jahr 2025 auf rund 7.000 verkaufte große Modelle, AgiBot meldet 20.000 gebaute Roboter. Jede dieser Zahlen misst etwas anderes. Keine misst, wie viele Humanoide tatsächlich arbeiten.
Die Marktforscher von IDC zählen Auslieferungen: knapp 25.000 Humanoide weltweit im ersten Halbjahr, gut fünfmal so viele wie ein Jahr zuvor. Über 19.000 davon gingen nach China. Dass über 95 Prozent von chinesischen Herstellern stammen, ist eine andere Angabe: Sie zählt, wer baut, nicht wohin geliefert wird. Am aufschlussreichsten ist eine dritte Angabe: Laut IDC gingen 69 Prozent der Geräte in Forschung und Lehre, in Vorführungen und in staatliche Datensammelzentren, also Hallen, in denen Roboter Daten für das Training von KI-Modellen aufzeichnen.
Frost & Sullivan zählt Verkäufe und kommt für dasselbe Halbjahr auf 36.000 Humanoide. Vorne liegt dort UBTECH mit 16.123 Stück vor AgiBot mit 7.850 und Unitree mit 4.900. Im eigenen Zwischenbericht nennt UBTECH allerdings nur 921 verkaufte Humanoide in voller Größe; die Zählung dürfte also überwiegend kleinere Modelle enthalten. Welche das sind, sagt keiner der Berichte. Für große Humanoide ab 160 Zentimetern, die weder ferngesteuert noch fest programmiert sind, kommt Frost & Sullivan auf 5.800 Stück im Halbjahr. Bekannt sind die Zahlen nur aus übereinstimmenden Berichten chinesischer Medien.
Die IFR, der internationale Verband der Roboterbranche, nennt für das ganze Jahr 2025 rund 7.000 verkaufte Humanoide über 140 Zentimeter. Sie sind laut IFR für kommerzielle und professionelle Anwendungen vorgesehen, nicht für Forschung oder Unterhaltung. In derselben Mitteilung steht eine wichtige Einschränkung: Die Daten stammen aus einer Stichprobe von 238 Unternehmen und sind nicht auf die ganze Branche hochgerechnet. Selbst vom Vergleich mit Daten aus anderen Berichten ihrer Reihe World Robotics rät die IFR „dringend“ ab. Heutige Anwendungen erfordern laut IFR außerdem häufig eine Fernsteuerung durch Menschen.
AgiBot schreibt unter Berufung auf IDC, es habe im Halbjahr über 8.600 Humanoide ausgeliefert und liege mit rund 35 Prozent vorn. Im öffentlichen IDC-Text steht diese Rangfolge nicht; laut dem Wirtschaftsmedium Yicai stammen beide Werte von AgiBot selbst. Am 24. September meldete AgiBot außerdem den 20.000. gebauten Roboter. Das ist eine Produktionszahl über alle Bauarten, darunter 5.605 Geräte der G-Serie mit Radbasis. Mit Beinen sind es also höchstens 14.395. Inzwischen beruft sich auch Booster Robotics in einer Pressemitteilung vom 14. Oktober auf IDC und zählt sich nach ausgelieferten Stückzahlen zu den drei größten Herstellern; eine Rangliste enthält der IDC-Text nicht.
Wo Hersteller in Börsenunterlagen Stückzahlen nennen oder Kunden selbst Auskunft geben, schrumpfen die Werte. DEEP Robotics weist im Börsenprospekt sechs verkaufte Humanoide für das Halbjahr aus. Agility nennt für seine Einsätze drei Digit bei GXO und acht bei Schaeffler. Und BMW sagt laut Forbes, der Figure-03-Test in Spartanburg sei mit zwei oder drei Robotern gelaufen. Diese Zahlen sind klein, dafür lassen sie sich einem Unternehmen und teils einem Zeitraum oder Ort zuordnen.
Was es heißt: Die großen Zählungen beschreiben einen Markt, der zu einem großen Teil aus Forschungsgeräten, Vorführmodellen und Datensammlung besteht. Wer wissen will, ob Humanoide arbeiten, muss nach Ort, Aufgabe und Stückzahl fragen. Addieren oder gegeneinander rechnen lassen sich die Werte nicht, weil sich Zeiträume, Größenklassen und Messgrößen unterscheiden. Laufende, belegte Einsätze sammelt unser Einsatz-Tracker; die Marktlage der chinesischen Hersteller steht in den Akten zu Unitree und UBTECH.
Quellen: IDC, 29.09. · IFR, 30.09. · AgiBot, 30.09. und 24.09. · Yicai über Jiemian · Booster Robotics, 14.10. · Frost & Sullivan über Sina Tech, 28.09. und Shenzhen Shangbao, 09.10.
Zwei oder drei Roboter.
Und jetzt keiner.
Der Figure-03-Test im BMW-Werk Spartanburg ist beendet. Laut Forbes, dem BMW das mitteilte, war das Projekt ab Ende Juni ein Test außerhalb der Produktion mit zwei oder drei Robotern. Derzeit arbeite kein Figure-Roboter im Werk.
Die Angaben stehen in einem Forbes-Porträt über Figure-Gründer Brett Adcock vom 5. Oktober. Eine eigene Mitteilung von BMW zum Testende liegt nicht vor, und Forbes nennt kein Modell. Dass es um Figure 03 geht, ergibt sich aus der BMW-Mitteilung vom 25. Juni, die den Start in der Logistik von Halle 52 ankündigte.
Adcock nannte Forbes zunächst „six or eight“, also sechs oder acht Roboter vor Ort. Darauf angesprochen, sagte er, eine genaue Zahl könne er nicht nennen, weil Figure Roboter zwischen seinen Standorten hin- und herbewege. Von den vier Robotern in Figures Werbevideo aus dem Werk erledigte laut BMW einer die Aufgabe. Beim vorigen Pilotprojekt mit Figure 02, das laut Forbes Ende 2025 endete, arbeitete laut BMW zu jedem Zeitpunkt ein Roboter; ein zweiter stand zum Wechseln bereit. Insgesamt hat Figure laut Forbes rund 1.000 Humanoide gebaut. Wie viele davon wo arbeiten, ist offen.
Außerdem meldete Figure am 30. September, die Flotte des Vorgängers F.02 sei größtenteils eingeschmolzen worden, und kündigte ohne Termin den Start des F.04 an („launch of F.04“). Laut einem Bericht des US-Techmediums The Information, den der Branchendienst Humanoids Daily wiedergibt, hat NVIDIA über eine weitere Investition von einer Milliarde US-Dollar in Figure gesprochen, bei einer Bewertung von rund 38 Milliarden Dollar vor dem neuen Geld. Öffentlich bestätigt hat das bis 19. Oktober keine der beiden Firmen.
Was es heißt: Eine Ankündigung ist noch kein Test, ein Test noch kein Betrieb: Aus dem im Juni angekündigten Start wurde laut BMW ein Test mit zwei oder drei Robotern, und auch der ist vorbei. Den Stand halten die Figure-03-Akte, das Herstellerporträt und unsere Übersicht Humanoide bei BMW fest.
Quellen: Forbes Australia, 07.10. (gleichlautend mit der US-Ausgabe vom 05.10.) · BMW, 25.06. · Figure, 30.09. und 19.11.2025 · Humanoids Daily, 07.10. Die BMW-Angaben liegen nur in der Wiedergabe von Forbes vor.
Was hinter den
300 Millionen steht.
Agility Robotics will über die Fusion mit einer Mantelgesellschaft an die Börse, also mit einer bereits börsennotierten Firma ohne eigenes Geschäft. Am 13. Oktober erklärte die US-Börsenaufsicht SEC die Unterlagen dafür für wirksam, am 2. November stimmen die Aktionäre der Mantelgesellschaft ab. Der oft zitierte Auftrag über 300 Millionen US-Dollar ist ein einziger Dreijahresvertrag über 1.000 Digit 5, die erst ab 2027 kommen sollen.
Der Vertrag folgt dem Mietmodell Robots as a Service, kurz RaaS: Der Kunde zahlt eine laufende Gebühr für Roboter, Software und Wartung. Die Roboter werden in Teilmengen, sogenannten Tranchen, freigeschaltet, sobald vereinbarte Anwendungsfälle erfüllt sind. Agility schreibt selbst, der Betrag sei kein Maß für laufenden Umsatz. Den Kunden nennt das Unternehmen nicht.
Die laufenden Zahlen stehen im geänderten Prospekt vom 30. September. Im ersten Halbjahr 2026 setzte Agility 174.000 US-Dollar um, nach 625.000 im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust lag bei 361,9 Millionen Dollar, vor allem weil die aktienbasierte Vergütung, also Bezahlung in Aktien und Aktienoptionen, um rund 252 Millionen höher ausfiel. Am 30. Juni hatte das Unternehmen 14,7 Millionen Dollar an Barmitteln. Ohne den Zusammenschluss sieht es laut Prospekt „substantial doubt“, also erhebliche Zweifel, am eigenen Fortbestand; der Satz stand schon in der Fassung vom 4. September und steht unverändert in der Endfassung vom 13. Oktober.
Mit der Wirksamkeitserklärung hat die SEC den Zusammenschluss nicht gebilligt; das hält der Prospekt selbst fest. Abstimmen werden am 2. November die Aktionäre der Mantelgesellschaft Churchill Capital Corp XI. Laut gemeinsamer Mitteilung beider Firmen soll die Fusion im November abgeschlossen werden; ist sie bis 31. Dezember nicht vollzogen, dürfen beide Seiten aussteigen. Der angekündigte Bruttoerlös von „more than $620 million“, also über 620 Millionen Dollar vor Kosten, gilt nur, wenn kein Churchill-Aktionär seine Anteile bis zur Frist am 29. Oktober zurückgibt: Rund 424 Millionen Dollar liegen auf dem Treuhandkonto der Mantelgesellschaft, rund 200 Millionen sollen Investoren unter Führung von Foxconn beisteuern. Als Bedingung für den Abschluss reichen laut Prospekt 200 Millionen Dollar.
Bei den Kunden hat sich die Wortwahl geändert. Amazon steht nicht mehr in der Kundenliste, nur noch als strategischer Investor, und aus „performing useful work today“ (leistet heute nützliche Arbeit) wurde „has been deployed“ (wurde eingesetzt). Auch die Endfassung vom 13. Oktober nennt als Kunden nur Schaeffler, GXO, Toyota Motor Manufacturing Canada und Mercado Libre. Am Investorentag am 6. Oktober nannte Agility drei Digit bei GXO und acht bei Schaeffler, beides Firmenangaben ohne Stichtag; „deployed“ heißt nicht, dass alle gleichzeitig arbeiten. Im Schaeffler-Werk in Cheraw (South Carolina) bringt Digit Behälter zur Waschanlage. Eine Schaeffler-Ingenieurin sagte am Investorentag, weil es keine ISO-Sicherheitsnormen gebe, müsse jeder Humanoiden-Einsatz bei Schaeffler mit Schutzvorrichtungen abgesichert werden. Eine Folie derselben Präsentation meldet dagegen „New ISO safety standard approved“, also eine neue, genehmigte ISO-Sicherheitsnorm. Die Norm ISO 25785-1 ist laut ISO-Katalog aber weiterhin ein Entwurf.
Neu genannt hat Agility die Stückliste, also die Materialkosten eines Roboters: laut Betriebschefin (COO) Jennifer Hunter rund 125.000 Dollar für Digit 4 und rund 150.000 Dollar für Digit 5 zum Start, mit dem Ziel von rund 30.000 Dollar bei 10.000 Stück im Jahr. Das sind Kosten, keine Preise; einen Listenpreis veröffentlicht Agility nicht. Kommerziell verfügbar soll Digit 5 laut Agility in der zweiten Jahreshälfte 2027 sein. Die Batterietechnik dafür liefert laut einer Mitteilung vom 15. Oktober das britische Unternehmen Nyobolt. Mit der Schnellladung soll Digit laut Agility mehr als 20 von 24 Stunden am Tag arbeiten („more than 20 hours in a 24-hour day“); das ist eine Rechnung über Arbeits- und Ladezeiten, keine gemessene Flottenleistung. Kapazität, Ladeleistung und Gewicht des Akkus beziffert Agility nicht.
Was es heißt: Der große Betrag ist ein Rahmen mit Bedingungen, kein Umsatz, und wie viel Geld der Börsengang bringt, steht erst nach den Rückgaben fest. Den Bezug zu Deutschland stellt Schaeffler her: Der Zulieferer aus Herzogenaurach ist Investor und Kunde und will Digit 5 laut Prospekt „across its manufacturing footprint“ einsetzen, also in seinem Produktionsnetz. Einen deutschen Standort nennt keine Quelle. Mehr zum Roboter auf der Digit-Seite, zum Unternehmen und zum geplanten Börsengang im Agility-Porträt.
Quellen: geänderte S-4, 30.09. · Investorenpräsentation, 06.10. · Transkript, 09.10. · Agility, 29.09. · 8-K, 13.10. mit gemeinsamer Mitteilung · Endfassung des Prospekts (424B3), 13.10. · Agility zu Nyobolt, 15.10. · ISO-Katalog, abgerufen 19.10. Einsatzzahlen sind Angaben von Agility.
1.563 Vierbeiner.
Sechs Humanoide.
Der chinesische Roboterhund-Hersteller DEEP Robotics hat seinen Börsenprospekt für das Technologie-Segment STAR der Börse Shanghai um das erste Halbjahr 2026 ergänzt. Darin stehen 1.563 verkaufte Vier- und Radbeiner und sechs verkaufte Humanoide. Den Antrag auf den Börsengang hat die Börse am 18. Mai angenommen und inzwischen Prüfungsfragen gestellt; geplant ist ein Erlös von 2,5 Milliarden Yuan.
Die Vierbeiner verteilen sich auf drei Serien: 541 Geräte der Industrie-Serie X, zu der der X30 gehört, 540 der Forschungs- und Bildungsserie Lite und 482 des Radbeiners Lynx M, der an den Beinenden Räder hat. Gebaut wurden im selben Halbjahr 1.353, DEEP hat also Lagerbestand abgebaut. Der Umsatz lag bei 259,2 Millionen Yuan, der Nettoverlust bei 8,8 Millionen Yuan. Knapp 14 Prozent des Umsatzes im Kerngeschäft kamen aus dem Ausland, Kunden gibt es laut Prospekt in über 50 Ländern oder Regionen.
Der Durchschnittspreis der X-Serie fiel von 287.500 Yuan im Jahr 2025 auf 228.200 Yuan, laut Prospekt wegen Großaufträgen. Das ist ein Mittelwert über alle Kunden, kein Listenpreis und kein Hinweis auf einen günstigeren X30 in Europa. Bei den Humanoiden der DR-Serie stehen sechs verkaufte Geräte im Halbjahr, nach einem einzigen im ganzen Jahr 2025.
Die Zahlen sind auch ein Prüfstein für Marktstudien. Der Marktforscher Counterpoint hatte am 21. September knapp 35.000 ausgelieferte Vierbeiner im Halbjahr gezählt und DEEP 10,4 Prozent zugeschrieben, rechnerisch rund 3.600 Geräte. Bekannte Unterschiede, etwa zwischen ausgelieferten und bereits als Umsatz verbuchten Geräten, erklären eine Lücke von über 2.000 Geräten nicht.
Was es heißt: Ein Börsenprospekt ist kein unabhängiges Gutachten, und die Börse hat ihn noch nicht abschließend geprüft; die Stückzahlen sind Unternehmensangaben. Der Prospekt gehört aber zu den wenigen Dokumenten, in denen ein Hersteller Stückzahlen nach Serien offenlegt. Sechs verkaufte Humanoide zeigen, wie klein das Humanoiden-Geschäft selbst bei einem großen Roboterhund-Hersteller noch ist. Marktanteile aus Analystenstudien sind ohne solche Vergleichswerte mit Vorsicht zu lesen. Mehr im Porträt von DEEP Robotics.
Quellen: STAR-Prospekt, Fassung 28.09. · Verfahrensstand der Börse Shanghai · Counterpoint, 21.09. Die 3.600 sind eine eigene Rechnung.
8.000, 10.000, 1.000.
Alles Ziele.
Zu den großen Zählungen kamen in der vierten Woche große Ziele. XPeng will seinen Humanoiden IRON ab dem zweiten Halbjahr 2027 in Europa einführen, Shanghai 8.000 Humanoide in Fabriken bringen. Belegt sind dagegen wieder kleine Zahlen, etwa 20 Humanoide, die eine Behörde für einen Test in vier südkoreanischen Firmen genehmigt hat.
XPeng nannte seinen Zeitplan in einer Mitteilung vom 13. Oktober zum Auftritt von Firmenchef He Xiaopeng beim Paris Automotive Summit: Massenproduktion Ende 2026, erste Auslieferungen im ersten Halbjahr 2027 und ein Start in Europa („European rollout“) im zweiten Halbjahr 2027. Länder, Preis und Vertriebsweg nennt die Mitteilung nicht, ebenso wenig einen Nachweis der CE-Kennzeichnung, mit der ein Hersteller erklärt, dass ein Produkt die EU-Vorschriften erfüllt. Am Pressetag des Pariser Autosalons zeigte XPeng laut eigener Mitteilung zwei IRON am Stand. Als erste Einsatzorte hatte XPeng am 8. September eigene Verkaufszentren und Firmengelände genannt; ein Kaufangebot für Kunden in Deutschland folgt aus dem Zeitplan nicht.
Shanghai startete am 12. Oktober zur Eröffnung der Industriemesse CIIF einen Aktionsplan für intelligente Fertigung, der bis 2028 läuft. Laut der Zeitung Jiefang Daily, deren Bericht die Stadtregierung auf ihrer Website wiedergibt, enthält er das Ziel, 8.000 humanoide Roboter in die Fabriken zu bringen. Der Satz selbst nennt kein Jahr; Budget, Anbieter und Zählweise fehlen.
Bei UBTECH stehen große Zahlen schon länger im Raum: mehr als 13.361 Bestellungen für den Humanoiden U1, gemeldet bei der Vorstellung Ende Juni, laut Finanzchef 1.500 bis 2.000 lieferbare Geräte im Jahr 2026 und mit dem Handelskonzern Xiamen C&D das Ziel, bis 2030 mindestens 10.000 UBTECH-Humanoide zu verkaufen. Mit FAW-Volkswagen, dem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen von FAW und Volkswagen, vereinbarte UBTECH, Humanoide in der Logistik zu erproben. Eine Liefermenge ist nicht belegt. Am 28. September sprach der Kundendienst des UBTECH-Shops beim Onlinehändler JD noch von Vorverkauf, UBTECH nannte Berichte über eine Verzögerung dagegen falsch. Laut der Wirtschaftszeitung 21st Century Business Herald sagte Vizepräsident Jiao Jichao bei einem Besuch der Zeitung am 13. Oktober, der U1 sei im September in kleinen Stückzahlen an Endkunden ausgeliefert worden; eine Zahl nannte er nicht, eine eigene Mitteilung von UBTECH dazu gibt es nicht. Für das vierte Quartal stellte er günstigere Varianten wie eine „Jugendversion“ in Aussicht.
Das Gegenstück kommt aus Südkorea. Am 13. Oktober genehmigte ein Sonderausschuss des Industrieministeriums einen Test, bei dem die Firma Robros 20 Humanoide in vier Unternehmen einsetzen darf: beim Halbleiterhersteller Nepes zum Reinigen von Bauteilen, beim Autozulieferer Sungwoo Hitech zum Einlegen von Karosserieteilen, bei der Werft HD Hyundai Samho zum Stapeln von Gerüstteilen und beim Logistiker Delivery Lab zum Stapeln gekühlter Pakete. Laufzeit, Auflagen und Robotermodell nennt die Mitteilung nicht.
Was es heißt: Ein Ziel ist kein Auftrag und ein Zeitplan keine Lieferung. Das gilt für Shanghais 8.000 Humanoide ebenso wie für UBTECHs 10.000 bis 2030 oder die mindestens 1.000 AEON, die Hexagon und Schaeffler „in den kommenden Jahren“ einsetzen wollen (Kapitel 06). Zuordnen lassen sich dagegen nur kleine Zahlen: zwei IRON auf einem Messestand und 20 genehmigte Humanoide in vier koreanischen Firmen; für die Auslieferung des U1 nennt ein UBTECH-Vizepräsident laut einer Zeitung keine Zahl. Den Stand halten die IRON-Akte und die Porträts von XPeng und UBTECH fest.
Quellen: XPeng, 13.10. und 12.10. · Jiefang Daily auf shanghai.gov.cn, 13.10. · Xinhua Finance, 12.10. · 21st Century Business Herald über 10jqka, 14.10. · UBTECH: Sina, 23.09., NBD über Sina, 28.09., Securities Times, 08.10., Beijing Business Today, 11.10. · Industrieministerium Südkorea, 13.10. (koreanisch). Ziele und Liefermengen sind Angaben der Absender.
Viel angekündigt.
Wenig vorgeführt.
Vor der NVIDIA-Konferenz GTC in Berlin (20. bis 22. Oktober) ist in Deutschland viel angekündigt und wenig vorgeführt worden. Plim Robotics zeigte seinen Haushaltsroboter am 16. Oktober nur auf Fotos, NEURA kündigte für die Messe eine Wäsche-Vorführung an, und Schaeffler trainiert den Humanoiden AEON von Hexagon noch in einem Testzentrum.
Plim Robotics ist das Münchner Unternehmen Devanthro, das seit Anfang Oktober unter neuem Namen auftritt; sein Roboter hieß bisher Robody. Auf der neuen Website zeigt es Standbilder eines Oberkörpers mit Bildschirmgesicht, Stoffhülle und Zwei-Finger-Greifern in Wohnräumen. Ein Video, das den Roboter bei einer Aufgabe zeigt, gibt es nicht, und der Unterbau ist auf keinem Bild zu sehen. Laut Datenblatt ist Plim 1,65 Meter groß, wiegt 80 Kilogramm, fährt auf drei Rädern und arbeitet zwei Stunden, bevor er selbst an die Ladestation andockt. Preis und Liefertermin nennt Plim Robotics nicht, Interessenten können sich nur vormerken lassen.
Auf LinkedIn schreibt das Unternehmen, am 15. Oktober sei ein erstes Gerät bei einer älteren Frau im ländlichen Bayern eingezogen. Einen genauen Ort, einen Namen oder die Vertragsform nennt der Beitrag nicht, und das beigefügte Foto zeigt dieselbe Szene wie das Titelbild der Website. Wie selbstständig Plim arbeitet, beschreibt Devanthro in einem EU-Förderprojekt: Die Autonomie sei „human-in-the-loop“, also mit einem Menschen in der Schleife. Er steuere aus der Ferne mit, die KI lerne dabei und gebe an ihn ab, wenn sie unsicher sei. Am 21. Oktober tritt Plim Robotics auf der GTC Berlin auf.
NEURA Robotics aus Metzingen stellte am 14. Oktober Neuron AI vor, ein KI-Basismodell für Roboter. Es verbindet laut NEURA Bilder, Tast- und Kraftdaten, Geräusche und Sprache mit einem Gedächtnis und läuft auf fünf Bauformen des Herstellers; dass es lokal auf dem Roboter rechnet, ohne Cloud, steht nur auf der Produktseite. Auf der GTC soll der Humanoid 4NE1 damit an allen drei Tagen eine elfminütige Abfolge „ohne menschliches Eingreifen“ zeigen: Wäsche sortieren, eine Waschmaschine be- und entladen und die Wäsche in den Trockner umladen. Erfolgsquoten, Wiederholungen oder Eingriffe nennt die Mitteilung nicht. Auf der Produktseite führt NEURA außerdem einen „4NE-1 Gen 4“, ohne Maße, Termin oder Bild. Für seinen Serviceroboter MiPA schrieb NEURA zudem ein privates Forschungsprogramm aus; ein Teil des Programmgelds fließt als Leasing und als Gebühr für NEURAs Trainingsumgebung an NEURA zurück.
Öffentliches Fördergeld kommt dagegen vom Europäischen Innovationsrat EIC. Zu seiner Pilotausschreibung „Physical AI“ gehören zehn Projekte mit je bis zu 300.000 Euro, Laufzeit September 2026 bis Mai 2027, darunter das Devanthro-Projekt. Humanoide stehen bei zwei weiteren im Mittelpunkt: PAL Robotics aus Spanien will auf Basis seiner Plattform Kangaroo einen zweibeinigen Humanoiden für Logistikzentren entwickeln, Interesse bekundet haben laut Projekttext Inditex und Decathlon. Oversonic aus Italien entwickelt seinen Humanoiden RoBee für das Reinigen von Prüfplatinen bei STMicroelectronics auf Malta weiter.
Schaeffler, Kunde und Investor von Agility (Kapitel 03), setzt zugleich auf den Humanoiden AEON des Messtechnikkonzerns Hexagon. Laut Hexagon trainiert Schaeffler den Roboter in seinem Testzentrum „Humanoid Gym“ in Erlangen an nachgestellten Fertigungsaufgaben, bevor er in die Fabrikhalle kommt; Schaeffler-Projektleiter Andreas Zeug nennt jede dort gelernte Fähigkeit einen Schritt näher an der Produktion. Im August hatten beide Firmen als Ziel genannt, „in den kommenden Jahren“ mindestens 1.000 AEON einzusetzen. Eine Stückzahl im Testzentrum, ein Werk oder einen Produktionsstart nennt Hexagon nicht.
Dazu kamen Ankündigungen aus München und Berlin. Der Humanoiden-Entwickler Vesoma aus Garching stellte sich am 22. September erstmals öffentlich vor. Laut Vesoma werden die ersten Einheiten seines Roboters Vesoma 1 gebaut; die gezeigten Bilder sind Visualisierungen, keine Fotos. Agile Robots und Hitachi vereinbarten eine Partnerschaft für KI-gesteuerte Fabrikrobotik, in die Agile Robots auch seinen Humanoiden Agile ONE einbringt. Und zum Auftakt des Investitionsgipfels „Invest in Germany“ am Abend des 19. Oktober in Berlin wollen Bund und NVIDIA nach Informationen von ZDFheute eine Kooperation zur „physischen KI“ vorstellen, also zu KI, die Maschinen in der realen Welt steuert. Laut Handelsblatt will der Bund dafür einen dreistelligen Millionenbetrag geben; Regierungskreise haben den Bericht nach Angaben von heise und ZDFheute bestätigt. Humanoide kommen in den Berichten nur als Beispiel vor.
Was es heißt: Vorgeführt ist bisher wenig: Fotos statt Video bei Plim, eine angekündigte Vorführung bei NEURA, ein Testzentrum bei Schaeffler und kleine EU-Beträge in einer frühen Förderstufe. Ob NEURAs Wäschesequenz ohne Eingriff gelingt und was Bund und NVIDIA tatsächlich vereinbaren, zeigen erst die GTC und der Investitionsgipfel in dieser Woche. Mehr im NEURA-Porträt, auf der Seite zum 4NE1 und im Porträt von Agile Robots; im Einsatz-Tracker steht der Schaeffler-Test als Test, nicht als Einsatz in der Produktion.
Quellen: Plim Robotics, 16.10. und 08.10. · Plim Robotics auf LinkedIn, 16.10. · CORDIS, Projekt Robody und Programm „Physical AI“ · NEURA, 14.10. und Produktseite Neuron AI · MiPA-Programm · Hexagon, 15.10. und 19.08. · Vesoma, 22.09. und auf X, 23.09. · Agile Robots, 29.09. · ZDFheute, 16./17.10. · heise, 16.10. Leistungsangaben sind Herstellerangaben.
Wo Privatkunden
heute bestellen können.
Vor dem Weihnachtsgeschäft verkaufen in Deutschland mehrere Händler Humanoide von Unitree an Privatkunden, und die Angebote ändern sich binnen Tagen. Joybuy führte den G1 am Abend des 19. Oktober für 17.999 Euro, laut Händler vorrätig. Das sind gut 9.000 Euro weniger als bei Alternate, MediaMarkt, Saturn und Galaxus, die je 27.370 Euro verlangen. Der kleine R1 Air kostet bei Joybuy jetzt 5.999 Euro, eine Woche zuvor waren es 4.999 Euro.
Joybuy ist der deutsche Onlineshop des chinesischen Handelskonzerns JD.com, betrieben von der Jingdong Retail Germany GmbH in Buseck. Den G1 verkauft und versendet er laut Produktseite selbst; am 19. Oktober zeigte die Seite ihn als vorrätig mit Lieferung am nächsten Tag. Der Preis wechselte dabei binnen eines Tages: in der Nacht 18.999 Euro, am Abend wieder 17.999 Euro wie eine Woche zuvor, als der G1 dort nicht vorrätig war. Den R1 Air verkauft Joybuy jetzt für 5.999 statt 4.999 Euro; am Abend des 19. Oktober war er in Blau-Weiß vorrätig, in Rot-Gold nicht. Frei programmierbar ist er laut Unitree nicht, das geht erst mit der Edu-Variante. Der R1 mit 26 Freiheitsgraden, also 26 einzeln beweglichen Gelenkachsen, kostet dort jetzt 6.999 statt 5.999 Euro und lässt sich bis 1. November vorbestellen; den Versand nennt Joybuy je nach Farbe vor dem 2. November oder vor dem 2. Dezember. Die programmierbare Ausführung R1 Edu (13.999 Euro) gibt es als Vorbestellung bis 25. Oktober. Einen G1 Pro, in der Nacht noch für 23.999 Euro vorbestellbar, führt Joybuy am Abend als nicht mehr verfügbar. Die Preise enthalten laut den Geschäftsbedingungen von Joybuy die Mehrwertsteuer.
Wichtig für Käufer: Joybuy nennt beim G1 den Zusatz „SDK/API noch nicht verfügbar“, es ist also die Basisversion ohne Entwicklerzugang für eigene Programme. Zugleich wirbt der Titel mit geschickten Händen; die Basisversion hat laut Unitree keine Greifhand. Welche Ausstattung geliefert wird, sollte man vor dem Kauf klären, ebenso die Rückgabe: Die Seite verspricht kostenlose Rücksendung binnen 30 Tagen, schließt an anderer Stelle aber Rücksendungen ohne Defekt aus. Ein CE-Zeichen, mit dem ein Hersteller die Einhaltung der EU-Vorschriften erklärt, war auf der Seite nicht zu sehen; als in der EU verantwortliche Stelle nennt sie eine Firma in Prag.
Den G1 in der Basisversion führen außerdem Alternate (27.370 Euro, „Sofort verfügbar“, ohne Einschränkung auf Gewerbekunden, zuzüglich Versand), der Marktplatz von MediaMarkt und Saturn (27.370 Euro, Verkäufer ist der Importeur QUADRUPED Robotics, Lieferung laut Anzeige 23. bis 27. Oktober) und Galaxus (27.370 Euro, Lieferung 5. bis 9. November). Die R1 Base, laut Händlerbeschreibung eine andere Ausführung mit 24 Freiheitsgraden, führen Fachhändler ab rund 10.000 Euro. Reichelt verkauft sie nur an Gewerbekunden; am 11. Oktober war sie dort ausverkauft, am 19. Oktober stand sie als Sonderartikel mit dem Hinweis „Lieferzeit beachten“ im Shop.
Was es heißt: Ein Humanoid lässt sich in Deutschland inzwischen im Elektronikhandel bestellen. Was ankommt, ist aber ein Gerät für Vorführung, Unterhaltung, Lehre und Entwicklung, kein Helfer für den Haushalt. Preise und Bestände ändern sich dabei binnen Tagen: Bei Joybuy kosten R1 und R1 Air jetzt je 1.000 Euro mehr als eine Woche zuvor, und der Preis des G1 wechselte am 19. Oktober binnen Stunden zwischen 18.999 und 17.999 Euro. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf Variante, Lieferumfang, Programmierbarkeit und die verantwortliche Stelle in der EU. Unser Kaufratgeber für Humanoide erklärt die Unterschiede, die Preisübersicht zeigt den Stand der Händler.
Quellen, geprüft am 19.10.: Joybuy G1, R1 Air und G1 Pro, AGB (11.10.) · Alternate G1 Basic · MediaMarkt G1 Base · Saturn G1 Base · Galaxus G1 Basic · Reichelt R1 Base. Preise und Lieferangaben sind Händlerangaben.
Offen, als Dienst,
als Vorführung.
In vier Wochen kamen drei Arten, Robotern KI-Modelle bereitzustellen: Unitree hat sein Basismodell UnifoLM-WLA frei zum Herunterladen veröffentlicht, Physical Intelligence bietet seine Modelle als Dienst in der Cloud an, und Google zeigte mit Gemini 4 Argon Vorführungen mit den Robotern Apollo und Spot. Keines davon bringt gekauften Robotern eine neue Funktion.
Bei Unitree sind die Gewichte erschienen, also die gelernten Parameter und damit das eigentliche Modell. Am 28. September stellte Unitree UnifoLM-WLA-1.0-Base auf die Plattform Hugging Face, 12,46 Gigabyte groß, unter der offenen Lizenz Apache 2.0 und ohne Zugangsbeschränkung. Dazu kam Code, um das Modell auf eigene Aufgaben anzupassen, das sogenannte Fine-Tuning, einen Tag später LoRA-Fine-Tuning, ein sparsameres Verfahren, bei dem nur kleine Zusatzbausteine trainiert werden. Damit ist der Freigabeplan erfüllt, der in der Ausgabe KW 38 mit Stand 21. September noch offen war. Für das Modell UnifoLM-WLA-1.0 nennt Unitree 6 Milliarden Parameter und rund 2.500 Stunden Trainingsdaten realer Roboter für 64 Aufgaben; dass es in Vergleichstests vorn liegt („leading results“), ist eine Herstellerangabe. Die offene Lizenz erlaubt auch kommerzielle Nutzung, etwa durch Start-ups, die eigene Roboter trainieren.
Physical Intelligence aus San Francisco öffnete am 13. Oktober eine Programmierschnittstelle (API), vorerst als Testversion (Beta). Nutzer laden aufgezeichnete Vorführungen einer Aufgabe hoch, lassen ein Modell der Firma auf deren Rechnern nachtrainieren und steuern ihren Roboter dann über einen Dienst in der Cloud. Welches Modell dahintersteht, beschreibt PI nur als „our latest models“, also seine neuesten Modelle. Zugang gibt es auf Bewerbung, Preise nennt PI nicht. Unter den genannten Partnern ist kein Humanoiden-Hersteller, den Roboterradar führt; frei herunterladen lassen sich weiter nur die älteren Modelle π0, π0-FAST und π0.5.
Google gab am 13. Oktober sein allgemeines KI-Modell Gemini 4 Argon frei, für Entwickler in der kostenpflichtigen Stufe der Gemini-Schnittstelle und in der Gemini-App für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra. Laut Google sah Argon in einem internen Test das Video eines Menschen beim Cornhole, einem Wurfspiel mit Säckchen, und baute daraus selbst eine Simulation; Apptroniks Humanoid Apollo traf danach im realen Versuch sieben Würfe in Folge. Wie viele Versuche es insgesamt gab und wie viel Handarbeit nötig war, sagt Google nicht; laut dem Branchendienst Humanoids Daily wurde am echten Roboter nachjustiert. Ein Spot mit Arm übte laut Google zuerst in einer Simulation, einen Treteimer per Fußpedal zu öffnen, und warf danach am echten Eimer Dosen hinein. Die 87 Prozent, die Google im Test ERQA nennt, messen Antworten auf Fragen zum räumlichen Denken, nicht Erfolge am Roboter. Mit Google-Modellen war Apollo schon 2025 zu sehen; neu ist der von Google beschriebene Weg vom Menschenvideo über eine vom Modell selbst gebaute Simulation zum echten Roboter.
Was es heißt: Für Besitzer eines G1, eines Apollo oder eines Spot ändert sich nichts. Die Unitree-Freigabe ist für Forschung und Entwicklung gedacht, die PI-Schnittstelle richtet sich an Firmen, die eigene Roboter trainieren, und Googles Beispiele sind Vorführungen, keine Produktfunktionen. Das gilt auch für NEURAs Basismodell Neuron AI (Kapitel 06). Alle Leistungswerte sind Herstellerangaben; ob die Modelle halten, was die Firmen versprechen, müssen unabhängige Tests zeigen. Den Stand halten unser KI-Überblick, die Apollo-Akte und die Unitree-Akte fest.
Quellen: Unitree, Repository mit Freigabeplan (geprüft 19.10.) · Modellseite auf Hugging Face (geprüft 11.10.) · Physical Intelligence, 13.10. · openpi · Google, 13.10. · Google for Developers, 13.10. · Humanoids Daily, 13.10. · Google DeepMind zu Apollo am 12.03.2025 und 25.09.2025. Leistungswerte sind Herstellerangaben.
Kurz gemeldet
Was zwischen dem 21. September und dem 18. Oktober außerdem passiert ist, jeweils mit Quelle und Einordnung.
Optimus: Produktionsstart weiter nicht gemeldet
Im Aktionärsbrief zum zweiten Quartal (22. Juli) schrieb Tesla, die Optimus-Produktion in Fremont solle „later this year“ beginnen, also im weiteren Verlauf des Jahres. Bis 19. Oktober hat Tesla in seinen Börsenmitteilungen keinen Start gemeldet, der Auslieferungsbericht vom 2. Oktober erwähnt Optimus nicht. In den Unterlagen zur Hauptversammlung, die Tesla am 19. Oktober bei der SEC einreichte, schreibt die Board-Vorsitzende Robyn Denholm, Tesla habe weiter in die nötige Infrastruktur investiert, darunter in den Bau der ersten Produktionslinien für Optimus („building … the first production lines for Optimus“); einen Produktionsstart melden die Unterlagen nicht. Musk schrieb am 1. Oktober auf X, Tesla habe den Arbeitsspeicher seiner KI-Chips AI5 und AI6 verkleinert; das sei „the only way to get enough volume for Optimus production“, also der einzige Weg zu ausreichenden Stückzahlen für die Optimus-Produktion. Bei einem Auftritt per Video am 10. Oktober sprach Musk laut dem Branchendienst Humanoids Daily von einem langsamen Anlauf der Produktion und von Problemen bei den Händen. Für den Pariser Autosalon (12. bis 18. Oktober) hatte der Veranstalter einen Optimus Gen 2 am Tesla-Stand angekündigt.
Was es heißt: Die häufig genannte Angabe, Tesla wolle im dritten Quartal mit der Produktion beginnen, stammt aus einer Zusammenfassung der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen durch das Portal Not a Tesla App; im schriftlichen Aktionärsbrief nennt Tesla kein Quartal. Nächster Prüfpunkt ist der Quartalsbericht am 21. Oktober; mehr auf der Optimus-Seite.
Quellen: Tesla, 22.07. · Tesla, 02.10. · Tesla, Unterlagen zur Hauptversammlung, 19.10. · Musk auf X, 01.10. · Not a Tesla App zum Q2-Call · Humanoids Daily, 13.10. · Mondial de l’Auto, 30.09.
Neuer Chef, neue Hand, Atlas lernt noch
Am 21. September meldete Boston Dynamics die erste Phase seines Trainingszentrums RMAC auf dem Gelände von Hyundais Werk bei Savannah (Georgia) als in Betrieb. Mehrere Atlas lernen dort Logistik und das Bereitstellen von Autoteilen in der Reihenfolge der Montage; ein Bild der Mitteilung zeigt einen Trainer, der Atlas fernsteuert. Am 1. Oktober folgte eine neue Atlas-Hand mit vier Fingern und 13 statt 7 Freiheitsgraden. Ob sie im Trainingszentrum schon getestet wird, beantwortete ein Boston-Dynamics-Manager gegenüber The Robot Report mit „Not yet“, also noch nicht. Seit 7. Oktober ist Rohit Prasad Firmenchef; bei Amazon war er für die Sprachassistentin Alexa und zuletzt für die KI-Modelle Nova verantwortlich. Laut Humanoids Daily sagt eine Mitarbeiterin in einem Fertigungsvideo vom 14. Oktober, ein Atlas werde heute in rund einem Tag gebaut.
Was es heißt: Atlas ist laut Boston Dynamics „currently in development“, also noch in Entwicklung. Das Trainingszentrum gehört zum eigenen Konzern, und eine Bauzeit ist keine Stückzahl. Mehr in der Atlas-Akte und im Porträt von Boston Dynamics.
Quellen: Boston Dynamics, 21.09. · Atlas-Hand, 01.10. · neuer CEO, 06.10. · The Robot Report, 09.10. · Humanoids Daily, 14.10.
NEO bei TIME ausgezeichnet, Auslieferung weiter nicht gemeldet
Das US-Magazin TIME führt den Haushalts-Humanoiden NEO von 1X in seiner Liste der „Best Inventions of 2026“ und schreibt, er sei „widely available for home use“, also für den Hausgebrauch breit erhältlich. 1X selbst nennt auf der Bestellseite „US Deliveries start 2026“, also Auslieferungen in den USA ab 2026; andere Länder sollen später folgen. Eine Kundenauslieferung hat 1X bis 19. Oktober nicht gemeldet.
Was es heißt: Eine Auszeichnung belegt keine Lieferung, und was TIME schreibt, ist keine Angabe des Herstellers. Mehr auf der NEO-Seite.
Quellen: TIME, 15.10. · 1X-Bestellseite, abgerufen 19.10.
Humanoide als Staatsziel, Blasenwarnung, kein Exportverbot
Chinas Parteiführung und Regierung, das Zentralkomitee und der Staatsrat, nennen in einem Grundsatzpapier zu „neuen Produktivkräften“ die verkörperte KI unter den Zukunftsindustrien. Gemeint sind Roboter, die mit künstlicher Intelligenz in der physischen Welt handeln. Die Anwendung von Humanoiden soll beschleunigt werden. Zugleich verlangt das Papier, keine Blasen entstehen zu lassen: Wer durch Herdentrieb oder blindes Investieren große Verluste verursacht, soll zur Verantwortung gezogen werden. Am 16. Oktober legten Handels- und Technikministerium außerdem den Entwurf eines erweiterten Katalogs von Technologien vor, deren Export verboten oder beschränkt werden soll. 23 der 40 neuen Punkte betreffen KI, etwa große Modelle und Rechencluster; Roboter, verkörperte KI, Humanoide und Bewegungssteuerung stehen nicht im Anhang. Stellungnahmen sind bis 15. November möglich.
Was es heißt: Die Warnung gilt allen genannten Zukunftsindustrien, nicht speziell den Humanoiden. Sie passt zu einem auf ungenannte Quellen gestützten Reuters-Bericht vom 21. September über eine informelle Bremse für Börsengänge von Humanoiden-Herstellern, belegt ihn aber nicht. Ein Exportverbot für Roboter-KI enthält der Katalogentwurf nicht.
Quellen: Xinhua über Science and Technology Daily, 09.10. · Planungsbehörde NDRC, 09.10. · Reuters, 21.09. · Xinhua mit Bekanntmachung und Anhängen, 16.10.
Unitree-Aktie mit neuem Tief, Neuling in Hongkong
Den bisher tiefsten Schlusskurs seit dem Börsenstart erreichte die Unitree-Aktie am 15. Oktober mit 405,10 Yuan. Am Montag, dem 19. Oktober, schloss sie bei 495,92 Yuan, 16,1 Prozent über dem Schluss vom Freitag. Das sind 228,9 Prozent über dem Ausgabepreis und 54,9 Prozent unter dem Eröffnungskurs am ersten Handelstag. Börsenmitteilungen von Unitree gab es nach dem 30. September bis zum 19. Oktober keine. UBTECH schloss in Hongkong am 15. Oktober bei 62,65 Hongkong-Dollar, dem tiefsten Schlusskurs seit einem Jahr. In Hongkong notiert seit 29. September außerdem Direct Drive Tech, ein Hersteller von Direktantrieben und Radbein-Robotern. Die für Privatanleger vorgesehenen Aktien waren 208,56-fach überzeichnet, die Nachfrage überstieg das Angebot also um ein Vielfaches.
Was es heißt: Die Aktie liegt damit weiterhin deutlich über dem Ausgabepreis, aber weit unter dem Eröffnungskurs des ersten Handelstags. Den ersten Quartalsbericht als börsennotierte Firma hat Unitree für den 29. Oktober angemeldet.
Quellen: Tagesschlusskurse von Tencent Finance und Yahoo Finance, abgerufen 19.10. · Unitree-Mitteilung, 30.09. · HKEX, Zuteilung Direct Drive
100 kleine Humanoide im Laden, Finanzierungsrunde laut Bericht
Laut AgiBot begrüßen und beraten in 100 Filialen des Kochgeschirrherstellers ASD 100 Humanoide vom Typ X2, rund 1,31 Meter groß, die Kundschaft. Aktionen, Lager und Kasse bleiben beim Personal. ASD ist strategischer Partner von AgiBot. Für sein neues Geschäft mit KI-Robotern wies ASD in Mitteilungen vom September bisher 137.200 Yuan Umsatz aus; die Zahl stammt aus der Zeit vor dem Ladeneinsatz. Laut dem Wirtschaftsmagazin Caijing, das sich auf Investoren beruft, ist eine neue Finanzierungsrunde von AgiBot über 1 bis 1,5 Milliarden Yuan bei einer Bewertung von rund 50 Milliarden Yuan fast abgeschlossen. Ein Investor sagt, ein Börsengang in Hongkong sei damit 2026 nicht mehr möglich. AgiBot äußerte sich nicht.
Was es heißt: Ein benannter Einsatz mit dreistelliger Stückzahl, aber bei einem Partner. Ob die Geräte gekauft, gemietet oder gestellt sind, sagt keine der beiden Seiten. Die Angaben zur Finanzierung sind unbestätigt.
Quellen: AgiBot, 28./29.09. · ASD-Mitteilung, 12.09. · Caijing über Sina, 15.10.
Vier Anlagen im Regelbetrieb
Bei LS Electric in Busan (Südkorea) laufen laut der Wirtschaftszeitung Maeil Business seit September zwei Spot regulär, mit rund 300 Prüfpunkten; die bisherigen Streifengänger seien versetzt, Stellen nicht abgebaut worden. Wien Energie nutzt Spot seit 2023 im Kraftwerk Simmering, laut Wien Energie mit über 4.000 Rundgängen und 1.600 Kilometern; vier weitere Geräte sollen ab 2027 folgen. In der Kirin-Brauerei Chitose (Japan) läuft Spot laut dem Integrator TECO seit August 2025 fünf feste Routen mit rund 100 Prüfpunkten ab; Boston Dynamics hat den Einsatz am 8. Oktober als Fallstudie veröffentlicht. Beim staatlichen Stromerzeuger Korea Western Power läuft laut der Zeitung Chosun Biz nach Tests in zwei anderen Kraftwerken ein Spot regulär im Gaskraftwerk Gimpo, laut Bericht seit August, viermal täglich rund 90 Minuten.
Was es heißt: Bei Inspektionsrundgängen ist der Vierbeiner Spot dort, wo Humanoide erst hinwollen: im Regelbetrieb mit benanntem Kunden, Ort und Aufgabe.
Quellen: Maeil Business, 04.10. · Boston Dynamics zu Wien Energie, 22.09. · TECO zu Kirin, 09.09. · Boston Dynamics zu Kirin, 08.10. · Chosun Biz, 19.10. (koreanisch)
Türen, neue Software, ein Zementwerk
ANYmal kann laut ANYbotics jetzt im Einsatz Türen passieren, die ein Antrieb von dormakaba öffnet, sofern sie keine Zugangskontrolle haben. Für Türen mit Zugangskontrolle gibt es die Funktion auf Anfrage, die vollständige Einführung soll 2027 folgen. Das setzt das Pilotprojekt in Whitegate aus der Ausgabe KW 38 fort. Die Software zur Steuerung ganzer Roboterflotten heißt seit 1. Oktober Shift; ANYbotics nennt über 200 Einsätze. Gezählt sind Einsätze, nicht Roboter oder Standorte. Flotten anderer Hersteller soll Shift laut Fahrplan erst 2027 verwalten; mit Version 1.0 im Oktober kommen zunächst deren Daten dazu.
Was es heißt: Am genauesten beschrieben ist das Zementwerk Péry in der Schweiz, wo ANYmal laut Hersteller seit Januar 2025 patrouilliert, mit über 33.000 Inspektionen in 16 Monaten.
Quellen: ANYbotics, 24.09. · Shift, 01.10. · Shift-Produktseite, Stand 14.10. · Fallstudie Vigier
Wer steuert mit?
Nucleus-Gründer Melvin Schwarz zeigt ein 67-minütiges Fabrikvideo eines Humanoiden, den das Gütersloher Unternehmen einsetzt; der Roboter steht seit September auf einer Radbasis. Gegenüber Humanoids Daily sagte er, die Vorführung sei zu 60 Prozent autonom und zu 40 Prozent ferngesteuert gewesen. Worauf sich die Prozente beziehen, etwa auf Zeit oder Arbeitsschritte, sagte er nicht. Bei der Herbstrunde der Robot Warrior Challenge in Peking traten am 18. Oktober laut China News Service 29 Teams an 14 Hindernissen aus Rettung, Inspektion und Stadtbetrieb an. Die berichteten Sieger stammen fast nur aus ferngesteuerten Klassen, für autonome Humanoide nennen die Berichte kein Ergebnis; Roboter blieben an Hindernissen hängen oder stürzten.
Was es heißt: Die offene Frage aus der Ausgabe KW 32, welchen Anteil ein Mensch per Fernsteuerung übernimmt, ist damit nur teilweise beantwortet. Dass heutige Anwendungen häufig Fernsteuerung brauchen, schreibt auch die IFR; auch Plim setzt laut EU-Projekt auf einen Menschen in der Schleife (Kapitel 06).
Quellen: Schwarz auf X, 01.10. · Humanoids Daily, 01.10. · China News Service, 18.10.
China legt Normen vor, die Sicherheitsnorm hängt
Seit dem AI-Omnibus, einem Änderungspaket zur KI-Verordnung (AI Act), werden KI-Anforderungen an Maschinen in der EU über die Maschinenverordnung geregelt. Die EU-Kommission soll sie per delegiertem Rechtsakt festlegen, also ohne neues Gesetzgebungsverfahren; gelten sollen sie ab 2. August 2028. Die Maschinenverordnung selbst gilt ab 20. Januar 2027. In China hat die Marktaufsicht laut dem Staatsfernsehen CCTV die ersten sechs nationalen Normen für Humanoide genehmigt, gültig ab 1. April 2027. In der Normendatenbank steht bisher eine davon, GB/T 48316-2026 zu Simulations-Testplattformen, als empfohlene, nicht verpflichtende Norm. Die übrigen fünf regeln laut CCTV vor allem Leistung und Prüfung, von der Wahrnehmung bis zu Arbeitsoperationen; als Normwert nennt CCTV etwa eine Greif-Erfolgsquote von über 90 Prozent bei starren Gegenständen.
Was es heißt: „Für Roboter gilt ab 2028 der AI Act“ wäre falsch verkürzt. Unter den chinesischen Normen ist keine eigene Sicherheitsnorm für den Betrieb neben Menschen. Die Sicherheitsnorm ISO 25785-1 für mobile Industrieroboter, die ihr Gleichgewicht aktiv halten, ob auf Beinen oder Rädern, ist weiterhin ein Komitee-Entwurf, seit Juli in derselben Stufe. Für den Verkauf in der EU zählen EU-Recht und europäische Normen.
Quellen: Verordnung (EU) 2026/1744 · EU-Kommission, Maschinen · ISO/CD 25785-1, abgerufen 19.10. · Chinesische Normendatenbank · CCTV über gmw.cn, 16.10.
Preisschilder aus China und den USA
Unitrees Roboterhand Dex5-S steht seit 14. Oktober im Unitree-Shop: 6.350 Dollar, lieferbar; die Ausführung Dex5-S Pro für 13.500 Dollar ist nicht verfügbar. Ob der Preis für eine Hand oder ein Paar gilt, sagt der Eintrag nicht. Galbots zweibeiniger ET1 kostet laut dem Techmedium QbitAI je nach Ausstattung 79.000, 139.000 oder 179.000 Yuan; laut dem Portal PCauto gab es binnen 24 Stunden über 200 Vorbestellungen, eine Bestätigung von Galbot fehlt für beides. Astribot bietet den Forschungs-Humanoiden T1, 1,55 Meter groß, laut eigener Mitteilung in den USA ab 18.000 Dollar an.
Was es heißt: Öffentliche Preisangaben werden häufiger, die für Galbot ist allerdings nicht vom Hersteller bestätigt. Einen Vertrieb in der EU belegt keine der drei Meldungen.
Quellen: Unitree-Shop, abgerufen 19.10. · QbitAI über Sina, 02.10. · PCauto über Tencent News, 04.10. · Astribot, 29.09.
Zahl der Woche
69 Prozent der knapp 25.000 Humanoiden, die IDC für das erste Halbjahr 2026 als ausgeliefert zählt, gingen in Forschung und Lehre, in Vorführungen und in staatliche Datensammelzentren.
Anteil an der Stückzahl laut IDC, 29.09. Für das ganze Jahr 2025 nannte IDC 83,8 Prozent; Halbjahr und Gesamtjahr lassen sich nur mit Vorsicht vergleichen.
Termine bis Mitte November
- Investitionsgipfel „Invest in Germany“, BerlinAuftakt laut ZDF am Montagabend, Gipfeltag laut ESMT der 20.10. Dort soll nach Informationen von ZDFheute die Kooperation von Bund und NVIDIA zur „physischen KI“ vorgestellt werden.
- RoboBusiness, Santa ClaraFachkonferenz der US-Robotikbranche.
- NVIDIA GTC BerlinAm 21.10. Vorprogramm von 9 bis 11 Uhr, unter anderem mit Agile-Robots-Chef Zhaopeng Chen, danach bis 13 Uhr die Keynote von NVIDIA-Chef Jensen Huang im Tempodrom; um 16:30 Uhr ein Start-up-Programmpunkt mit Plim Robotics. Am 22.10. ein Erfahrungsbericht von Merck über einen Humanoiden-Test (9:40 Uhr), ein Podium mit Agile Robots, Dexory, Humanoid, Sereact und Wandelbots (10 Uhr) und ein Vortrag von NEURA (11:40 Uhr). Die Wäschesequenz des 4NE1 kündigt NEURA für alle drei Tage an, Halle 3, Stand 3031. Das Programm kann sich ändern.
- Tesla-Bericht zum dritten QuartalNach US-Börsenschluss, Webcast um 23:30 Uhr deutscher Zeit; nächster Prüfpunkt für den Optimus-Produktionsstart.
- ANYbotics Industry Forum, ZürichFachtreffen des Herstellers für Instandhaltung und Betrieb.
- Erster Quartalsbericht von UnitreeErstmals als börsennotierte Firma. Am selben Tag um 22 Uhr MEZ endet die Frist, in der Churchill-Aktionäre ihre Anteile vor der Agility-Fusion zurückgeben können.
- Abgabeschluss NEURA-Forschungsprogramm MiPA24 Uhr MEZ; ein privates Programm des Herstellers.
- Abstimmung über Agilitys BörsenfusionAußerordentliche Hauptversammlung von Churchill Capital Corp XI, 15 Uhr MEZ, in New York und virtuell. Abschluss laut Agility im November erwartet.
- ADIPEC, Abu DhabiEnergiemesse; ANYbotics ist an Ständen von Partnern vertreten.
- Humanoid Europe, MünchenKommerzielle Branchenkonferenz im Holiday Inn Munich City Centre.
- CoRL 2026, AustinForschungskonferenz zum maschinellen Lernen für Roboter (Conference on Robot Learning).
- Frist zum chinesischen ExportkatalogEnde der Stellungnahmen zum Entwurf, der KI-Technik erfasst, aber keine Robotik nennt.
Danach: Humanoids Summit in San Mateo (1. und 2. Dezember), die Forschungskonferenz IEEE-RAS Humanoids in Santa Clara (6. bis 9. Dezember), am 31. Dezember der Stichtag für Agilitys Börsenfusion, nach dem beide Seiten aussteigen dürfen, ab 20. Januar 2027 die EU-Maschinenverordnung und ab 1. April 2027 die ersten chinesischen Humanoiden-Normen.
Was sich im Radar ändert
Richtigstellung: Auf unseren Seiten stand, Figure 03 sei seit Juni bei BMW Spartanburg im Einsatz. BMW hatte im Juni den Start angekündigt; laut Forbes, dem BMW das mitteilte, war es ein Test mit zwei oder drei Robotern, der inzwischen beendet ist. So führen es jetzt die Figure-03-Akte, die Übersicht Humanoide bei BMW und der Einsatz-Tracker.
Weitere Berichtigungen: Im Porträt von Boston Dynamics stand, Hyundai sei seit Juli 2026 Alleineigentümer; angekündigt ist die vollständige Übernahme, als vollzogen gemeldet ist sie nicht. Laut Produktseite sind über 1.500 Spot in Kundenhand, nicht über 2.000, und eine freie Sprachsteuerung über Gemini ist weder bei Spot noch bei Atlas belegt. Im Ratgeber KI-Roboter stand, der Go2 Pro koste ab 4.500 Euro; im deutschen Fachhandel kostet er 3.570 Euro. Auf der Go2-Seite hieß es, die Programmierung mit Python und der Roboter-Software ROS2 gebe es beim Pro und beim EDU; offiziell gibt Unitree sie nur beim EDU frei, beim X eingeschränkt. Im Unitree-Porträt war Amazon.de als Kaufweg für den Go2 genannt; dort war er am 19. Oktober nicht bestellbar. Im KI-Überblick stand, Modelle, die ohne Cloud im Roboter rechnen, gebe es 2026 nur bei Unitree; Figure schreibt schon seit Februar 2025, sein Modell Helix laufe im Roboter. Dass DEEP Robotics das Kernkraftwerk Leibstadt seit Juli 2026 direkt beliefert, ist nicht belegt; der Börsenprospekt nennt dort ein mit Partnern umgesetztes Inspektionsprojekt (Porträt von DEEP Robotics). In der Preisübersicht stand, XPeng peile für den IRON rund 150.000 US-Dollar an; XPeng hat für den IRON keinen Preis genannt. Auf der Digit-Seite stand, Agilitys Börsengang wäre die größte Kapitalaufnahme der Humanoiden-Geschichte; für Figures Finanzierungsrunde Series C waren 2025 über eine Milliarde US-Dollar zugesagt. Im Einsatz-Tracker stand beim Abfüller Coca-Cola Europacific Partners, Spot lese Anzeigen „via Gemini Robotics“ ab; belegt ist eine Bildauswertung mit KI-Modellen, nicht der Einsatz von Gemini.
Außerdem stehen die Händlerangaben für Unitree R1 und G1 auf dem Stand vom 19. Oktober, beim Go2 die von Joybuy, Alternate, MediaMarkt und Amazon.de; neu aufgenommen ist das G1-Angebot von Joybuy, beim R1 Air der neue Joybuy-Preis von 5.999 Euro. Die IRON-Akte führt den Europa-Start laut XPeng für das zweite Halbjahr 2027, weiter ohne Land, Preis und Deutschland-Termin. Beim Tesla Optimus steht statt „drittes Quartal“ der Stand „für 2026 angekündigt, noch nicht gemeldet“, mit dem Quartalsbericht am 21. Oktober als nächstem Prüfpunkt. Die Agility-Seiten führen Amazon nicht mehr als Kunden und nennen den Abstimmungstermin am 2. November. Der Einsatz-Tracker führt neu das Gaskraftwerk Gimpo von Korea Western Power und das Testzentrum von Schaeffler in Erlangen. Der KI-Überblick führt das Unitree-Modell als freigegeben für die Forschung und die Schnittstelle von Physical Intelligence als Beta.
Neu bewertet sind zwei Modelle. Beim NEURA 4NE-1 Mini stehen Mobilität und Feinmotorik jetzt auf 2 und 1 statt auf 0 (unbekannt): NEURAs Datenblatt nennt eine Höchstgeschwindigkeit von 4,6 km/h, und laut Reservierungsseite hat die Standardausführung keine Greifhände. Der RadarScore steigt damit von 1,2 auf 1,8. Eine neue Reservierung nahm NEURAs Shop am 19. Oktober für keine der beiden Varianten an. Beim Apptronik Apollo steigt die Autonomie von 0 auf 1, gestützt auf eine Vorführung von Google DeepMind vom 30. Juli mit dem Modell Gemini Robotics 2; ob dabei ein Mensch eingriff, sagt DeepMind nicht. Der RadarScore steigt von 2,0 auf 2,2.
Worauf wir als Nächstes achten
Am 21. Oktober zeigt sich, ob Tesla einen Optimus-Produktionsstart meldet. Auf der GTC Berlin achten wir darauf, ob NEURAs angekündigte Wäschesequenz ohne Eingriff läuft und wie oft, und darauf, was Bund und NVIDIA tatsächlich vereinbaren. Am 29. Oktober legt Unitree seinen ersten Quartalsbericht vor, am 2. November stimmen die Churchill-Aktionäre über Agilitys Börsenfusion ab. Offen ist, ob Plim Robotics den Einsatz im ersten Haushalt mit mehr als Fotos belegt und ob UBTECH Liefermengen des U1 nennt; bei der ersten Vorverkaufswelle des U1 Pro, einer Ausführung des U1, hatten Shop-Kundendienste den 30. November oder einen späteren Termin genannt. Bis Jahresende achten wir darauf, ob 1X eine Kundenauslieferung des NEO belegt; die Bestellseite verspricht weiter „US Deliveries start 2026“. Offen ist auch, ob BMW sich selbst zum Figure-Test äußert und ob die Sicherheitsnorm ISO 25785-1 die nächste Stufe im Normungsverfahren erreicht. Und das für Ende September angekündigte Autonomie-Update des Navel ist bis 18. Oktober öffentlich nicht dokumentiert; Navel kündigt Neuerungen „in den nächsten Monaten“ an.
Quellen
- IDC: Halbjahreszahlen zu Humanoiden, Blog vom 29.09.2026 (chinesisch)
- IFR: Pressemeldung Serviceroboter vom 30.09.2026 (PDF, deutsch) und englische Fassung
- AgiBot: Auslieferungen laut IDC, 30.09.2026 und 20.000. Roboter, 24.09.2026 · Yicai über Jiemian zu AgiBots Angaben · Booster Robotics: Pressemitteilung, 14.10.2026
- Frost & Sullivan über Sina Tech, 28.09.2026 und Shenzhen Shangbao, 09.10.2026
- Forbes Australia: Porträt Brett Adcock, 07.10.2026 (US-Ausgabe 05.10.2026)
- BMW: Figure-03-Projekt in Spartanburg, 25.06.2026
- Figure: F.02 Decommission, 30.09.2026 · Figure: Production at BMW, 19.11.2025 · Humanoids Daily zu NVIDIA und Figure, 07.10.2026
- Agility/Churchill: geänderte S-4, 30.09.2026 · Investorenpräsentation, 06.10.2026 · Transkript, 09.10.2026 · Agility, 29.09.2026 · 8-K zur SEC-Wirksamkeit, 13.10.2026 · gemeinsame Mitteilung, 13.10.2026 · Endfassung des Prospekts (424B3), 13.10.2026 · Agility zu Nyobolt, 15.10.2026 · Figure: Series C, 16.09.2025
- ISO-Katalog: ISO/CD 25785-1, abgerufen 19.10.2026
- Große Ziele: XPeng zum Paris Automotive Summit, 13.10.2026 · XPeng zum Pariser Autosalon, 12.10.2026 · Jiefang Daily auf shanghai.gov.cn zum Shanghaier Aktionsplan, 13.10.2026 (chinesisch) · Xinhua Finance, 12.10.2026 (chinesisch) · Industrieministerium Südkorea zum Robros-Test, 13.10.2026 (koreanisch)
- DEEP Robotics: STAR-Prospekt, Fassung 28.09.2026 (PDF, chinesisch) · Counterpoint: Vierbeiner-Markt, 21.09.2026
- Boston Dynamics: RMAC, 21.09.2026 · Atlas-Hand, 01.10.2026 · neuer CEO, 06.10.2026 · The Robot Report, 09.10.2026
- Händlerseiten, geprüft am 19.10.2026: Joybuy G1 · Joybuy R1 Air · Joybuy G1 Pro · Joybuy AGB · Alternate G1 Basic · MediaMarkt G1 Base · Saturn G1 Base · Galaxus G1 Basic · Reichelt R1 Base
- KI-Modelle: Unitree: UnifoLM-WLA auf GitHub · WLA-1.0-Base auf Hugging Face, 28.09.2026 · Physical Intelligence: API-Beta, 13.10.2026 · openpi auf GitHub · Google: Gemini 4 Argon, 13.10.2026 · Google for Developers: Gemini 4 Argon for Robotics, 13.10.2026 · Humanoids Daily zum Cornhole-Test, 13.10.2026 · Google DeepMind: Gemini Robotics, 12.03.2025 · Google DeepMind: Gemini Robotics 1.5, 25.09.2025
- Tesla: Aktionärsbrief zum zweiten Quartal, 22.07.2026 · Tesla: Auslieferungsbericht und Termin Q3-Bericht, 02.10.2026 · Tesla: Unterlagen zur Hauptversammlung (DEF 14A), 19.10.2026 · Musk auf X, 01.10.2026 · Not a Tesla App: Zusammenfassung des Q2-Calls · Humanoids Daily zu Musks Videoauftritt, 13.10.2026 · Mondial de l’Auto zu Tesla, 30.09.2026
- Boston Dynamics: Humanoids Daily zum Fertigungsvideo, 14.10.2026 · 1X: TIME, Best Inventions 2026, 15.10.2026 · 1X: NEO-Bestellseite, abgerufen 19.10.2026
- Grundsatzpapier zu neuen Produktivkräften, Xinhua über Science and Technology Daily, 09.10.2026 · NDRC, 09.10.2026 · Reuters zur Börsenbremse, 21.09.2026 · Xinhua zum Entwurf des Exportkatalogs, 16.10.2026 (chinesisch)
- Börse: Tagesschlusskurse von Tencent Finance und Yahoo Finance, abgerufen 19.10.2026 · Unitree: Börsenmitteilung vom 30.09.2026 · HKEX: Zuteilung Direct Drive Tech, 28.09.2026
- UBTECH: Sina zur U1-Liefermenge, 23.09.2026 · Caiwen über Sina zum U1-Pro-Liefertermin, 27.09.2026 · NBD über Sina, 28.09.2026 · Securities Times, 08.10.2026 · Beijing Business Today, 11.10.2026 · 21st Century Business Herald über 10jqka zur U1-Auslieferung, 14.10.2026
- AgiBot: X2 bei ASD, 28./29.09.2026 · ASD-Mitteilung, 12.09.2026 (PDF) · Caijing über Sina zur AgiBot-Finanzierung, 15.10.2026
- Spot: Maeil Business, 04.10.2026 · Boston Dynamics zu Wien Energie, 22.09.2026 · TECO zu Kirin, 09.09.2026 · Boston Dynamics zu Kirin, 08.10.2026 · Chosun Biz zu Korea Western Power, 19.10.2026 (koreanisch)
- ANYbotics: Türen, 24.09.2026 · Shift, 01.10.2026 · Shift-Produktseite mit Fahrplan, Stand 14.10.2026 · Fallstudie Vigier
- Deutschland: Plim Robotics: Enthüllung am 16.10.2026 · Plim Robotics, 08.10.2026 · Plim Robotics auf LinkedIn, 16.10.2026 · CORDIS: Projekt Robody · CORDIS: Programm HORIZON-EIC-2026-AIC-01 · NEURA: Neuron AI, 14.10.2026 · NEURA: Produktseite Neuron AI · MiPA-Forschungsprogramm · Hexagon zu Schaeffler, 15.10.2026 · Hexagon zum Humanoid Gym, 19.08.2026 · Vesoma, 22.09.2026 · Vesoma auf X, 23.09.2026 · Agile Robots und Hitachi, 29.09.2026 · ZDFheute zu Bund und NVIDIA, 16.10.2026, aktualisiert 17.10.2026 · heise zu Bund und NVIDIA, 16.10.2026
- Fernsteuerung: Melvin Schwarz auf X, 01.10.2026 · Humanoids Daily zu Nucleus, 01.10.2026 · China News Service zur Robot Warrior Challenge, 18.10.2026 (chinesisch)
- Normen: Verordnung (EU) 2026/1744 (AI-Omnibus) · EU-Kommission: Maschinenverordnung · Chinesische Normendatenbank, Suche „人形机器人“, abgerufen 19.10.2026 · CCTV über gmw.cn zu den Humanoiden-Normen, 16.10.2026 (chinesisch)
- Preise: Unitree-Shop, abgerufen 19.10.2026 · QbitAI über Sina zu Galbot, 02.10.2026 · PCauto über Tencent News zu Galbot, 04.10.2026 · Astribot, 29.09.2026
- Termine: ESMT zum Investitionsgipfel, 03.09.2026 · NVIDIA GTC Berlin: Keynote und Vorprogramm · NEURA zur GTC-Vorführung, 14.10.2026 · The Robot Report zu RoboBusiness, 07.10.2026 · ANYbotics Industry Forum · ANYbotics auf der ADIPEC · Humanoid Europe · CoRL 2026 · Humanoids Summit · IEEE-RAS Humanoids 2026
Quellenstand: 19. Oktober 2026, gegen 18:30 Uhr; Händlerangaben, Kurse, Bestellseiten sowie neue Börsenunterlagen und Firmenmitteilungen zu den Themen dieser Ausgabe sind bis dahin nachgeprüft, der ISO-Katalog am frühen Morgen. Ob Bund und NVIDIA ihre Kooperation wie berichtet zum Gipfelauftakt am Abend vorstellen, war bis dahin offen; verkündet war sie nicht. Herstellerangaben, Medienberichte und Börsenunterlagen sind als solche gekennzeichnet. Zahlen verschiedener Absender sind nicht addiert; wo sie gegenübergestellt werden, wie bei DEEP Robotics und Counterpoint, ist die Rechnung als eigene gekennzeichnet. Börsenthemen stehen ohne Einschätzung oder Empfehlung. Das eigens erstellte Titelbild ist eine referenzbasierte KI-Illustration nach dem Design des Unitree G1 und zeigt weder ein reales Werk noch einen realen Einsatz.
