19. BIS 25. OKTOBER · KALENDERWOCHE 43

Tesla, Chinas Industrieministerium, Unitree, Audi, Schaeffler und NEURA haben in dieser Woche Fortschritte bei humanoiden Robotern gemeldet. Kaum eine dieser Meldungen nennt zugleich Stückzahl, Ort und Ergebnis. Tesla etwa schreibt, die Optimus-Produktion habe begonnen. Seit wann und wie viele Roboter, sagt Tesla nicht. Gemeldet ist nicht gezählt: Diese Ausgabe trennt für die Woche vom 19. bis 25. Oktober, was gezählt und was nur gemeldet wurde.

Die Meldungen der Woche

01 · TESLA · 19. BIS 22. OKTOBER

Produktion begonnen.
Stückzahl offen.

Im Bericht zum dritten Quartal schreibt Tesla, die Optimus-Produktion in Fremont habe begonnen. Seit wann, wie viele Roboter und welche Generation, steht nicht darin.

Am Abend des 21. Oktober reichte Tesla seinen Bericht zum dritten Quartal bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Darin steht: „Optimus production began in Fremont on our high-volume lines.“ Die Produktion des humanoiden Roboters habe also auf den Linien für hohe Stückzahlen im kalifornischen Werk Fremont begonnen. Die Roboter von dieser Linie nennt Tesla seine ersten „production-quality bots“, also Roboter in der Qualität eines fertigen Produkts. Das ist Teslas eigene Bewertung. Hardware und Fertigung will Tesla weiter verbessern. Nach eigenen Worten sieht das Unternehmen aber bewiesen, dass der heutige Fertigungsprozess für ein kommerzielles Produkt taugt.

In der Kapazitätstabelle des Berichts hat Optimus in Kalifornien jetzt den Status „Early Ramp“, also früher Hochlauf der Produktion. Das Feld für die installierte Kapazität ist leer, dort steht nur ein Strich. Für Texas führt die Tabelle Optimus-Kapazität mit dem Status „Construction“, also im Bau. Eine Fußnote unter der Tabelle hält fest, dass installierte Kapazität nicht der laufenden Produktionsrate entspricht. Im Bericht zum zweiten Quartal vom 22. Juli stand für Kalifornien noch „Construction“. Damals installierte Tesla die Fertigungslinien der ersten Generation.

Was der Bericht nicht nennt: ein Startdatum, eine Stückzahl, eine Kapazität, eine Generation und Kunden. Der ausführliche Quartalsbericht, das Formular 10-Q vom 22. Oktober, erwähnt keinen Produktionsbeginn. Auf X wiederholte Tesla am 21. Oktober die Meldung („Started production of @Tesla_Optimus on our high-volume lines in Fremont“), ebenfalls ohne Zahl. Keines der acht angehängten Bilder zeigt einen Optimus. Eine Generation nennt Tesla an anderer Stelle: In der Broschüre zur Hauptversammlung, eingereicht am 19. Oktober, steht „Readied V3 Optimus for mass-production“, also: Optimus V3 für die Massenfertigung vorbereitet. Vorbereitet heißt nicht in Produktion. Mit Fremont verbindet Tesla den V3 in der Broschüre nicht. Nach dem 10-Q hat Tesla bis zum 27. Oktober nichts mehr bei der SEC eingereicht.

Laut Mitschriften der Telefonkonferenz mit Analysten am Abend des 21. Oktober sprach Elon Musk von „what I’d call early production“, also einer frühen Produktion. Der Anlauf habe demnach eine flache Kurve („shallow slope“) und verlaufe „somewhat bumpy“, also etwas holprig. Bis zu einer Rate von 20.000 Robotern pro Woche dauere es laut den Mitschriften „probably at least a year, maybe a little longer“, also wahrscheinlich mindestens ein Jahr, vielleicht etwas länger. Das ist ein Ziel, kein Stand. Auslieferungen an Firmen außerhalb Teslas erwartet Musk laut den Mitschriften gegen Ende 2027, zuerst für Industrieaufgaben. Einen Termin für Privatkunden nennen die Mitschriften nicht. Ein Optimus-Video stellte er laut den Mitschriften „in a month or so“ in Aussicht, also in etwa einem Monat. Bis zum 26. Oktober gab es keines, weder auf Teslas YouTube-Kanal noch bei @Tesla oder @Tesla_Optimus auf X. Konstantinos Laskaris von Tesla nannte die Hand laut den Mitschriften „one of the most challenging hardware areas“, einen der schwierigsten Bereiche der Hardware.

Was es heißt: Die Frage aus der Vorwoche ist beantwortet: Tesla meldet den Produktionsbeginn, nachdem im Juli die Linien noch installiert wurden. Eine Zahl nennt Tesla dabei nicht. „Early Ramp“ ohne Kapazitätswert und ohne Stückzahl beschreibt einen Anfang, keinen Umfang. Die ersten Roboter sollten laut Teslas Aktionärsbrief vom Juli in der internen Trainingsumgebung „Optimus Academy“ Trainingsdaten sammeln, nicht an Kunden gehen. Der Bericht zum dritten Quartal wiederholt das nicht. Den aktuellen Stand zeigt die Seite zum Tesla Optimus, die Termine stehen im Release-Radar.

Status „Early Ramp“Kapazität: –Texas: im BauStückzahl: nicht genannt
PRODUKTION QUELLEN: TESLA, BERICHT Q3, 21.10.2026 · 10-Q, 22.10. · BROSCHÜRE ZUR HAUPTVERSAMMLUNG, 19.10. · TESLA AUF X, 21.10. · MITSCHRIFT THE MOTLEY FOOL, 22.10.
Symbolische KI-Illustration: mehrere Roboter nach dem Design des Unitree G1 stehen abgeschaltet in einer Reihe in einer hellen Halle.
KI-ILLUSTRATION NACH UNITREE-G1-DESIGN · SYMBOLBILD
02 · ZÄHLEN OHNE MESSGRÖSSE · 19. BIS 23. OKTOBER

Produziert ist
nicht eingesetzt.

Chinas Industrieministerium nennt Produktionszahlen für Humanoide, die bisher nur als Branchenangaben kursierten. Unitrees Gründer beziffert die gefertigten G1. Wie viele dieser Roboter arbeiten, sagt keine der Zahlen.

Wei Wei leitet die Abteilung für Wissenschaft und Technik im chinesischen Industrieministerium. Am 19. Oktober sprach er auf einer Pressekonferenz des Informationsbüros des Staatsrats, der chinesischen Regierung. Im ersten Halbjahr habe es in China über 400 Modelle humanoider Roboter gegeben, und über 40.000 Stück seien produziert worden. Für das ganze Jahr erwarte man über 100.000. Beide Werte kursierten schon im Juli als Branchenangaben (Ausgabe KW 29). Neu ist, dass das Ministerium sie nennt. Gemessen ist die Produktion in China, nicht Auslieferung, Verkauf oder Einsatz. Wie gezählt wurde, sagt das Ministerium nicht.

Gemessene Zahlen liefert das nationale Statistikamt, allerdings ohne Humanoide. Von Januar bis September produzierten Industrieunternehmen in China mit mindestens 20 Millionen Yuan Jahresumsatz 794.781 Industrieroboter. Das waren 29,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu kamen 15.588.372 Serviceroboter, 7,9 Prozent mehr. Humanoide weist das Amt nicht gesondert aus, und die Serviceroboter schlüsselt es nicht auf. Das Handelsministerium meldete am 23. Oktober, auf wichtigen Handelsplattformen sei der Umsatz mit „verkörperten KI-Robotern“ in den ersten drei Quartalen um 22,6 Prozent gestiegen. Der Begriff steht allgemein für Roboter, die mit künstlicher Intelligenz in der physischen Welt handeln. Einen absoluten Wert, eine Stückzahl oder eine Definition nennt das Ministerium nicht.

Am 22. Oktober sprach Unitree-Gründer Wang Xingxing auf der Partnerkonferenz des Unternehmens in Hangzhou. Laut den Wirtschaftszeitungen Securities Daily und Securities Times sagte er, seit der Vorstellung im Mai 2024 seien rund 10.000 bis 20.000 G1 gefertigt worden. Im Jahr fertige Unitree einige Zehntausend Roboter, Vierbeiner eingeschlossen. Einen Stichtag nennen die Berichte nicht. Die Obergrenze liegt über Unitrees eigener Gesamtzahl von Ende Juli: Damals nannte das Unternehmen rund 18.000 gebaute Humanoide.

Am Vortag hatte Unitree in einem Video den H2-X gezeigt, ein eigenes Modell neben dem H2. Laut Begleittext hält er „approximately 8 hours“ durch, also etwa acht Stunden. Laut dem Staatssender CCTV gilt das fürs Stehen. CCTV nennt außerdem eine Größe von 170 Zentimetern und ein Gewicht von 65 Kilogramm. Im Video springt der Roboter laut CCTV unter anderem von einer etwa vier Meter hohen Plattform, stößt mit dem Knie gegen eine Autotür und hebt eine Fahrzeugfront an. Preis, Datenblatt und Produktseite fehlen. Im Unitree-Shop steht der H2-X nicht. Ob er im Video autonom, ferngesteuert oder vorprogrammiert war, hat Unitree laut dem Techportal Notebookcheck nicht offengelegt.

Was es heißt: Diese Zahlen zählen Herstellung oder Umsatz, keine zählt Arbeit. Über 40.000 produzierte Humanoide im Halbjahr sagen nichts darüber, wie viele verkauft wurden oder im Einsatz sind. Die Marktforscher von IDC zählen für dasselbe Halbjahr weltweit knapp 25.000 ausgelieferte Humanoide. Verrechnen lassen sich die beiden Werte nicht, weil sie Verschiedenes messen. Unitrees G1-Spanne ist 10.000 Geräte breit und hat keinen Stichtag. Die acht Stunden des H2-X gelten fürs Stehen, nicht für Arbeit. Wie verschieden die großen Zählungen messen, zeigte das erste Kapitel der Vorwoche. Mehr zu Unitree steht im Porträt.

über 40.000 produziert, 1. Halbjahrüber 100.000 erwartet, 2026G1: 10.000–20.000, ohne StichtagHumanoide in der Statistik: nicht ausgewiesen
ZAHLEN QUELLEN: MIIT, 20.10.2026 · STATISTIKAMT, 19.10. · HANDELSMINISTERIUM, 23.10. · SECURITIES DAILY, 22.10. · SECURITIES TIMES, 22.10. · UNITREE-VIDEO, 21.10. · CCTV, 22.10. · NOTEBOOKCHECK
03 · DEUTSCHLAND NACH DER GTC · 19. BIS 26. OKTOBER

Viel vereinbart.
Wenig beziffert.

Rund um die Konferenz GTC des Chipkonzerns NVIDIA in Berlin (20. bis 22. Oktober) gab es eine Absichtserklärung des Bundes, zwei neue Humanoiden aus Deutschland und einen Test bei Audi. Beträge, Maße, Modelle und Stückzahlen fehlen fast überall.

Am 19. Oktober unterzeichneten das Bundeswirtschafts- und das Bundesforschungsministerium mit NVIDIA eine Absichtserklärung. Es geht um KI-Modelle für „Physical AI“ auf Basis der NVIDIA-Modellfamilien Nemotron und Cosmos. „Physical AI“ ist KI, die Maschinen in der realen Welt steuert. Ein Kernelement ist die Plattform Industrie 4.0. Einen Betrag, eine Partnerfirma oder Roboter nennt die Erklärung nicht. Der „dreistellige Millionenbetrag“, über den das Handelsblatt am 16. Oktober berichtet hatte, ist amtlich nicht bestätigt. Am Abend des 19. Oktober kündigte NVIDIA geplante Beteiligungen an, unter anderem an Agile Robots aus München, ebenfalls ohne Betrag. Amazon teilte am 20. Oktober zum Investitionsgipfel „Invest in Germany“ mit, es eröffne derzeit in Berlin ein zweites Forschungslabor für Robotik und KI. Das Labor solle dafür sorgen, dass Bestellungen schneller und verlässlicher ankommen, und Beschäftigte bei der Arbeit unterstützen. Adresse, Größe, Stellenzahl und Eröffnungstermin nennt Amazon nicht, ebenso wenig einen Humanoiden oder ein bestimmtes Robotersystem.

NEURA Robotics aus Metzingen stellte am 22. Oktober den 4NE1 Gen 4 vor. Laut NEURA ist er für die Serienfertigung entwickelt und 20 Prozent leichter als die Vorgängergeneration. Er hat demnach eine Hülle aus Textil, weiterentwickelte Hände und NEURAs KI-Modell Neuron AI. Absolute Maße, ein Gewicht, einen Preis oder einen Termin nennt NEURA nicht. Die Produktseite zeigt unter „Meet 4NE1 Gen 4“ weiter 180 Zentimeter und 80 Kilogramm, ohne die Werte dem Gen 4 zuzuordnen. Am selben Tag eröffneten NEURA und die Technische Universität München (TUM) das „RoboGym“ am LabCampus des Münchner Flughafens. Laut TUM umfasst es 48 Trainingszellen und zunächst etwa 100 humanoide und Service-Roboter verschiedener Bauart. Das Vorhaben ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Es kostet laut NEURA rund 17 Millionen Euro, davon trägt NEURA rund 11 Millionen.

Offen bleibt der Ausgang der Vorführung, die NEURA für die GTC angekündigt hatte. Der 4NE1 sollte ohne menschliches Eingreifen Wäsche sortieren, eine Waschmaschine be- und entladen und die Wäsche in den Trockner umladen. Ein schriftliches Ergebnis hat NEURA nicht veröffentlicht, etwa wie oft die Abfolge lief und ob jemand eingriff. Öffentlich ist die Aufzeichnung eines knapp 20-minütigen Livestreams, den NEURA am 21. Oktober von der GTC sendete.

Agile Robots stellte am 21. Oktober die Forschungsplattform Agile ONE SN vor. Die Plattform ist 1,40 Meter groß und laut Agile Robots 43 Kilogramm schwer (NVIDIA nennt 40). Sie hat 31 Freiheitsgrade im Körper, also einzeln bewegliche Gelenkachsen, dazu zwei Hände mit je 20, zusammen 71. Als Rechner dient NVIDIAs Jetson Thor. Vorinstalliert ist NVIDIAs Robotermodell GR00T in der Version 1.7. Verfügbar sein soll die Plattform laut Agile Robots ab Anfang 2027. Einen Preis oder einen Bestellweg gibt es nicht. Laut Agile Robots zeigen die Universität Stanford und die ETH Zürich Interesse. Eine Bestellung ist das nicht. NVIDIA selbst brachte zur GTC neue Software für Robotik, etwa Isaac Lab 3.0 zum Trainieren von Robotern in der Simulation, aber kein neues GR00T-Modell.

Audi testet mit Agile Robots, dem Softwarehersteller Dassault Systèmes und NVIDIA in einem Proof of Concept, also einem Machbarkeitstest. Es geht darum, wie sich die Teilesequenzierung für das Werk Ingolstadt automatisieren lässt. Im Production Lab, Audis Testumgebung, greifen mobile Humanoide Teile aus Behältern und legen sie in der Reihenfolge ab, in der die Montage sie braucht. Laut Audi hat die Erprobung begonnen. Startdatum, Modell, Stückzahl und einen Termin für den Serieneinsatz nennt Audi nicht, ebenso wenig, wo das Production Lab liegt. Vor einem Einsatz in der Logistik soll ein virtueller Zwilling entstehen, ein digitales Abbild der Abläufe.

Arbeitende Humanoide meldet Schaeffler, allerdings aus China. In seiner rund 7.500 Quadratmeter großen „Lighthouse Factory“ in Taicang arbeiten laut Mitteilung vom 20. Oktober an fünf Stationen sechs Humanoide zusammen. Sie montieren Linear- und Rotationsaktuatoren, also Antriebe für Robotergelenke, die für Humanoide bestimmt sind. In Serie gefertigt werden dort diese Bauteile, nicht die Roboter. Welche Humanoide das sind, sagt Schaeffler nicht. Der Zulieferer ROKAE schrieb am 26. Oktober, in der Fabrik arbeiteten fünf seiner radgetriebenen Humanoiden vom Typ Helios an einer Montagelinie für Humanoiden-Bauteile. Bestätigt hat Schaeffler das nicht. Den Unterschied zwischen fünf und sechs erklärt keine Seite.

Außerdem will Schaeffler laut dem Softwarehersteller Wandelbots dessen Plattform NOVA künftig in allen Werken für Industrie- und humanoide Roboter nutzen. Ziel seien bis zu 40 Prozent geringere Automatisierungskosten über die Lebensdauer. Der Technologiekonzern Hexagon nennt in seinem Zwischenbericht vom 23. Oktober einen Zeitraum für den geplanten Einsatz seines Humanoiden AEON bei Schaeffler: mindestens 1.000 Stück „over the next six years“, also in den nächsten sechs Jahren. Beides sind Ziele.

Was es heißt: Nach der GTC ist in Deutschland mehr unterschrieben und angekündigt als vorher, aber kaum etwas beziffert. Die Absichtserklärung hat keinen Betrag, NVIDIAs Beteiligung an Agile Robots auch nicht, NEURAs neuer Humanoid keine Maße, Audis Test kein Modell. Konkret wird es nur in Taicang. Dort arbeiten Humanoide in einer Fabrik, allerdings an Bauteilen für weitere Roboter. Welches Modell es ist, sagt bisher nur der Lieferant. Mehr im NEURA-Porträt, im Porträt von Agile Robots und im Einsatz-Tracker.

Bund und NVIDIA: kein Betrag4NE1 Gen 4: keine MaßeAudi: Modell offenTaicang: 6 laut Schaeffler, 5 laut ROKAE
DEUTSCHLAND QUELLEN: BUNDESREGIERUNG, 19.10.2026 · NVIDIA, 19.10. · AMAZON, 20.10. · NEURA, 22.10. · TUM, 22.10. · AGILE ROBOTS, 21.10. · AUDI, 21.10. · SCHAEFFLER, 20.10. · ROKAE, 26.10. · WANDELBOTS, 22.10. · HEXAGON, 23.10.
Symbolische KI-Illustration: ein Roboter nach dem Design des Agility Digit trägt eine Kiste in einem hellen Lager.
KI-ILLUSTRATION NACH AGILITY-DIGIT-DESIGN · SYMBOLBILD
04 · AGILITY ROBOTICS · 19. BIS 26. OKTOBER

Ein Pilot für 2027.
Vier Kunden ohne Namen.

Kurz vor der Abstimmung über den Börsengang meldet Agility einen Vertrag mit dem Landtechnik-Konzern AGCO und vier weitere Kunden. Deren Namen nennt Agility nicht.

Agility Robotics aus Salem (Oregon) baut den zweibeinigen Roboter Digit für Lager und Fabriken. Das Unternehmen will über eine Fusion mit Churchill Capital Corp XI an die Börse. Churchill ist eine sogenannte Mantelgesellschaft: eine börsennotierte Firma ohne eigenes Geschäft, die ein Unternehmen übernimmt und es so an die Börse bringt.

Zu AGCO gehören Marken wie Fendt, Massey Ferguson und Valtra. Am 20. Oktober meldeten AGCO und Agility, sie hätten einen kommerziellen Vertrag unterzeichnet („signed a commercial agreement“). Der Pilotbetrieb in den USA soll 2027 beginnen, zuerst im Werk Hesston im Bundesstaat Kansas. Digit soll dort Teile sortieren und stapeln und Behälter einlagern. Stückzahl und Laufzeit nennt die Mitteilung nicht. Im Text steht nur „Digit“, ohne Generation.

Am 21. Oktober kündigte Agility ein Servicezentrum für die US-Ostküste in Pittsburgh an, rund 4.600 Quadratmeter (50.000 Quadratfuß) groß. Dabei nannte Agility vier weitere Kunden („four additional customers“) aus Branchen wie Autoindustrie, Konsumgüter und Landwirtschaft, allerdings ohne Namen. Im selben Absatz der Mitteilung verweist Agility auf den AGCO-Piloten, ordnet ihn aber nicht ausdrücklich den vier Kunden zu. Wiederholt hat Agility die Angabe von über 300 Millionen Dollar an mehrjährigen Aufträgen für Digit 5. Sie stehen unter dem Vorbehalt, dass bestimmte vertragliche Meilensteine erreicht werden.

Am 22. Oktober folgte die Ankündigung, dass Digit 5 NVIDIAs IGX Thor als Bordrechner nutzen wird. NVIDIA-Technik soll auch in die Personenerkennung einfließen, mit der der Roboter Menschen in seiner Nähe bemerkt. Die abschließende Zertifizierung durch eine unabhängige Stelle steht noch aus. Frühen Zugang (Early Access) sollen Kunden laut Agility im ersten Halbjahr 2027 bekommen. Mitgründer Jonathan Hurst beschrieb den Roboter am 19. Oktober in einem Gastbeitrag im Fachmagazin IEEE Spectrum: über 120 Kilogramm schwer, 90 Minuten Laufzeit, neun Minuten Ladezeit. Nähert sich ein Mensch, setze sich Digit 5 hin und schalte die Motoren ab. Rennen oder springen könne er nicht mehr. Er sei „more like a forklift“, also eher wie ein Gabelstapler. Das ist Agilitys eigene Darstellung.

Agility-Chefin Peggy Johnson gab dem US-Sender CNBC ein Interview. Die Mitschrift reichte Churchill als Form 425 bei der SEC ein. Form 425 ist das Formular, mit dem Firmen bei einer Fusion Mitteilungen und Werbematerial bei der SEC einreichen. Laut dieser Mitschrift sagte Johnson, Agility habe ein Werk für 10.000 Roboter im Jahr gebaut („we built a facility to manufacture 10,000 robots a year“). Das ist die Kapazität des Werks, keine Produktion. Wie viele Digit Agility fertigt und wie viele im Einsatz sind, sagte sie nicht („We haven’t spoken of the number“).

Wer als Churchill-Aktionär seine Aktien vor der Fusion gegen Geld zurückgeben will, muss das bis 29. Oktober, 22 Uhr deutscher Zeit, verlangen. Über die Fusion wird auf einer außerordentlichen Hauptversammlung abgestimmt. Sie beginnt am 2. November um 15 Uhr deutscher Zeit. Den Abschluss erwarten die Unternehmen laut ihren Mitteilungen im vierten Quartal 2026. Am 26. Oktober reichte Churchill zwei weitere Form-425-Mitteilungen ein. An den Terminen änderte sich nichts.

Was es heißt: Agility nennt mehr Kunden, aber kaum mehr zählbare Einsätze. Der AGCO-Pilot soll erst 2027 beginnen, die vier neuen Kunden bleiben namenlos, und die 300 Millionen Dollar hängen an Meilensteinen. Zählbar war zuletzt, was Agility selbst genannt hatte: drei Digit beim Logistikkonzern GXO und acht bei Schaeffler (Ausgabe KW 42). Über die Fusion entscheiden die Churchill-Aktionäre am 2. November. Mehr auf der Digit-Seite und im Agility-Porträt.

AGCO-Pilot ab 20274 neue Kunden ohne NamenDigit 5: über 120 kgAbstimmung: 2. November
INDUSTRIE QUELLEN: AGCO, 20.10.2026 · AGILITY, 21.10. · AGILITY, 22.10. · IEEE SPECTRUM, 19.10. · CNBC-MITSCHRIFT (FORM 425), 21.10. · PROSPEKT, 13.10.
05 · REGELN AUS WASHINGTON · 19. BIS 26. OKTOBER

Humanoide stehen
jetzt im Entwurf.

Das US-Finanzministerium will Investitionen von US-Bürgern und -Firmen in KI-Entwickler aus China und einigen weiteren Ländern verbieten. Humanoide und vierbeinige Roboter nennt der Entwurf ausdrücklich. In Kraft ist er nicht.

Am 22. Oktober legte das US-Finanzministerium den Entwurf neuer Regeln für US-Investitionen im Ausland vor, die „Outbound Investment Security Program Regulations“. Am 26. Oktober erschien er im Federal Register, dem Amtsblatt der US-Regierung (91 FR 67396). Stellungnahmen sind bis 7. Dezember möglich. Der Entwurf setzt den sogenannten COINS Act um. Dieses Gesetz ist Teil des US-Verteidigungsgesetzes für 2026 (NDAA). Der Entwurf umfasst sechs Technikfelder, darunter auch Biotechnologie.

Für Roboter entscheidend ist § 851.232. Dort definiert der Entwurf ein „super intelligence (SI) system“. Trotz des Namens ist das kein Leistungsniveau, sondern ein Rechtsbegriff für praktisch jedes KI-System. Darunter fällt jedes maschinelle System, das Daten zur Wahrnehmung nutzt, daraus Modelle bildet und daraus Inhalte, Vorhersagen, Empfehlungen oder Entscheidungen ableitet. Dazu zählt der Entwurf auch alles, was ganz oder teilweise mit einem solchen System arbeitet. Als Beispiele nennt er „industrial robots, bipedal or humanoid robots, quadruped robots, other mobile robots, autonomous vehicles, and unmanned systems“, also Industrieroboter, zweibeinige oder humanoide Roboter, vierbeinige Roboter, andere mobile Roboter, autonome Fahrzeuge und unbemannte Systeme. Gemeint sind damit KI-gestützte Roboter, die der Entwurf unter seinen Begriff „SI-System“ fasst. Die Entwicklung jedes solchen Systems führt § 851.226(h) als verbotene Technik, ohne technische Schwellen.

Gelten würden die Regeln nur für US-Personen, vor allem Bürger und Unternehmen der USA. Betroffen wären ihre Investitionen in Firmen aus China einschließlich Hongkong und Macau sowie aus Kuba, Iran, Nordkorea und Russland. Venezuela nennt das Gesetz mit dem Zusatz „unter dem Maduro-Regime“. Dieses Regime gibt es laut Entwurf nicht mehr. Ausgenommen sind unter anderem börsengehandelte Wertpapiere und bei der SEC registrierte Fonds. Eine bestimmte Firma nennt der Entwurf nicht.

Peking antwortete am 24. Oktober. In einer schriftlichen Erklärung nannte das chinesische Handelsministerium den Entwurf diskriminierend und einen typischen Fall, in dem der Begriff der nationalen Sicherheit überdehnt werde. China sei „ernsthaft besorgt“, lehne den Entwurf „entschieden“ ab und behalte sich „entsprechende Maßnahmen“ vor. Welche, steht nicht darin. Roboter oder künstliche Intelligenz erwähnt die Erklärung nicht. Sie spricht allgemein von Investitionsbeschränkungen.

Wie US-Regeln den Markt verschieben könnten, rechnet das Marktforschungsinstitut IDC in einem Modell vom 22. Oktober vor, allerdings zu einer anderen Regel. Laut diesem Modell drücke die Entscheidung der US-Telekombehörde FCC vom Juli den US-Umsatz mit Humanoiden 2030 um 58 Prozent unter den Wert ohne Beschränkung (2027: um 41 Prozent). Chinesische Ware gehe stattdessen in offene Märkte, „with the UK, France, Germany, and Eastern Europe taking the largest share“, also vor allem nach Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Osteuropa. Das sind Modellwerte, keine Messung.

Seit dem 28. Juli stehen im Ausland gefertigte „advanced robotic devices“, also fortgeschrittene Robotergeräte, auf der Covered List der FCC. Das ist eine Liste von Geräten, die als Sicherheitsrisiko gelten. Die Definition nennt ausdrücklich humanoide Roboter und Vierbeiner. Neue Modelle bekommen in den USA keine Gerätezulassung mehr. Schon zugelassene dürfen weiter verkauft werden. Software-Updates, die Käufer vor Schaden schützen, bleiben laut einer zweiten FCC-Verfügung mindestens bis zum 1. Januar 2029 erlaubt („at least until January 1, 2029“). Ausnahmen erteilt das US-Kriegsministerium (Department of War), wenn der Antragsteller einen Plan für eine Fertigung in den USA vorlegt. Anträge müssen laut dessen Leitfaden bis zum 1. Januar 2028 eingehen.

Wie eng die Ausnahmen geschnitten sind, zeigt ein Fall aus dieser Woche. Am 22. Oktober erlaubte die FCC dem Chiphersteller Intel für ein Jahr, an bestimmten fahrerlosen Transportfahrzeugen in seinen US-Werken Hardware, Software und Firmware (die fest eingebaute Gerätesoftware) zu ändern. Intel hatte das am 16. Oktober beantragt und selbst offengelassen, ob die Fahrzeuge überhaupt unter die Roboterregel fallen. Die Behörde stützt sich auf Intels Zusage, dass die Fahrzeuge die Werke nicht verlassen und nicht verkauft werden. In derselben Woche veröffentlichte die FCC drei weitere Ausnahmen für Robotergeräte (21. und 23. Oktober). Auf der Ausnahmeliste stehen damit sieben Einträge, darunter fahrerlose Transportsysteme und ein Bodenreinigungsroboter. Keiner ist als Humanoid oder Vierbeiner bezeichnet.

Aus Peking kam in derselben Woche ein Gegenstück: Das Handelsministerium und acht weitere Behörden veröffentlichten am 19. Oktober eine Leitlinie mit 18 Maßnahmen. Laut der Leitlinie soll unter anderem das Angebot an intelligenten Waren wie Robotern wachsen. Verkörperte KI soll im Handel zum Einsatz kommen, etwa für Dienste im Haushalt und in der Handelslogistik. Ein Budget oder eine Stückzahl nennt die Leitlinie nicht.

Was es heißt: Unmittelbar betrifft der Entwurf nur das Geld von US-Personen, nicht den Kauf von Robotern. Neu ist der Wortlaut: Nach der FCC im Juli schreibt nun auch das Finanzministerium humanoide und vierbeinige Roboter ausdrücklich in einen Regelentwurf. Welche Firmen betroffen wären, sagt der Entwurf nicht. Bis zur endgültigen Fassung kann sich der Text noch ändern.

Entwurf, nicht in KraftStellungnahmen bis 7. Dezembergilt nur für US-Personenbörsengehandelte Wertpapiere ausgenommen
REGULIERUNG QUELLEN: US-FINANZMINISTERIUM, 22.10.2026 · FEDERAL REGISTER, 26.10. · HANDELSMINISTERIUM CHINA, 24.10. · IDC, 22.10. · FCC, 22.10. · FCC, 23.10. · XINHUA, 19.10.
Symbolische KI-Illustration: ein zusammengefalteter Roboter nach dem Design des Unitree G1 in einem kompakten Versandkarton.
KI-ILLUSTRATION NACH UNITREE-G1-DESIGN · SYMBOLBILD
06 · MARKTCHECK DEUTSCHLAND · STAND 27. OKTOBER

Aktion vorbei.
R1 Air nicht verfügbar.

Bei Reichelt ist der Aktionspreis für den G1 ausgelaufen. Bei Joybuy ist der kleinere R1 Air nicht mehr verfügbar, dafür sind dort die programmierbare R1 Edu und der G1 Pro bestellbar.

Der Elektronikhändler Reichelt verkauft die G1 Base, die Grundausführung von Unitrees G1, am 27. Oktober für 27.220 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Einen Streichpreis, also einen durchgestrichenen Vergleichspreis, zeigt die Seite nicht. Verkauft wird weiter nur an gewerbliche Kunden, Institutionen und Behörden. Am 12. September hatte Reichelt 25.125 Euro verlangt. Vom 28. September bis mindestens 19. Oktober stand dieser Preis als Aktionspreis neben dem Streichpreis von 27.220 Euro. Der Streichpreis ist jetzt der Verkaufspreis.

Joybuy, der deutsche Onlineshop des chinesischen Handelskonzerns JD.com, zeigt beim R1 Air den Hinweis „Dieses Produkt ist derzeit nicht mehr verfügbar.“ Am 19. Oktober war er dort für 5.999 Euro vorrätig. Bestellbar sind dagegen die R1 Edu für 13.999 Euro und der G1 Pro für 23.999 Euro. Die R1 Edu ist die Ausführung, die Unitree für eigene Programme freigibt. Den G1 führt Joybuy für 17.998,99 Euro. Welche Hände dabei mitkommen, bleibt unklar. Der Produkttitel nennt „SDK/API noch nicht verfügbar“, also die Basisversion ohne Entwicklerzugang. Zugleich wirbt der Titel mit kraftgesteuerten, geschickten Händen, die die Basisversion laut Unitree nicht hat. Den Humanoiden K1 Geek des chinesischen Herstellers Booster Robotics bietet Joybuy im Vorverkauf für 6.999 Euro an. Am 11. Oktober kostete er dort 8.999 Euro. Der Vorverkauf endet laut Shop am 14. November, versendet werden soll vor dem 15. November.

Im Marktplatz von MediaMarkt kostet die G1 Base 27.370 Euro. Verkäufer ist der Importeur QUADRUPED Robotics, als Lieferzeitraum nennt die Seite den 2. bis 4. November. Den Roboterhund Go2 Pro führt der Onlinehändler Alternate für 3.570 Euro mit dem Hinweis „Bestellt, verfügbar in 3-7 Tagen“.

Den großen H2 verkauft der Onlineshop Funduino für 49.980 Euro inklusive Mehrwertsteuer, ohne Beschränkung auf Gewerbekunden. Die deutsche Shopseite nennt „Auf Bestellung lieferbar“ und eine Lieferzeit von ein bis drei Werktagen. Reichelt verlangte am 25. Oktober für den H2 Basic 49.800 Euro, liefert aber nur an Gewerbekunden und nannte eine Lieferzeit von „ca. 4 Wochen“. Bei quadruped.de kostete er am selben Tag 42.000 Euro netto, also 49.980 Euro mit Mehrwertsteuer. Als Verfügbarkeitsdatum nannte der Shop den 28. Dezember. Im Unitree-Shop steht der H2 für 29.900 Dollar, ist dort aber nicht verfügbar.

Was es heißt: Humanoide lassen sich in Deutschland bei mehreren Händlern bestellen, aber die Bedingungen ändern sich innerhalb weniger Tage: Aktionen enden, Modelle sind plötzlich nicht mehr verfügbar. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf Variante, Lieferumfang und Programmierbarkeit. Zu prüfen ist auch, ob der Händler an Privatkunden liefert. Reichelt tut das beim G1 und beim H2 nicht. Alle Preise und Lieferangaben sind Händlerangaben. Die Preisübersicht zeigt den Stand der Händler, der Kaufratgeber für Humanoide erklärt die Unterschiede.

G1 Base: 27.220 € bei Reichelt, nur GewerbeG1: 17.998,99 € bei JoybuyR1 Air: nicht verfügbarH2: 49.980 € bei Funduino
MARKT HÄNDLERSEITEN, STAND 27.10.2026: REICHELT · JOYBUY · MEDIAMARKT · ALTERNATE · FUNDUINO
ZEHN WEITERE MELDUNGEN

Kurz gemeldet

01

Börse: Unitree, UBTECH, Microintelligence.

Die Unitree-Aktie schloss am 23. Oktober am STAR Market, dem Technologiesegment der Börse Shanghai, bei 624,00 Yuan. Das waren 20 Prozent mehr als am Vortag. Mehr erlaubt die Börse an einem Tag nicht. Gegenüber dem 16. Oktober waren es 46,1 Prozent mehr. Am 26. Oktober schloss sie bei 672,00 Yuan, so hoch wie seit dem 21. August nicht mehr. Am 27. Oktober waren es 639,96 Yuan. Unitree veröffentlichte zwei Pflichtmitteilungen (21. und 27. Oktober), wie sie bei starken Kursausschlägen vorgeschrieben sind. Darin schreibt das Unternehmen, es gebe keine unveröffentlichten wesentlichen Informationen. Die Humanoiden-Branche sei noch in einer frühen Phase der Kommerzialisierung. In der zweiten Mitteilung nennt Unitree als Hürden für den breiten Einsatz von Physical AI: Wahrnehmungsgenauigkeit, Stabilität der Bewegungssteuerung, Datenbestand und das Zusammenspiel von Hard- und Software.

Die UBTECH-Aktie schloss in Hongkong am 23. Oktober bei 68,20 Hongkong-Dollar, 5,7 Prozent über dem Schluss vom 16. Oktober. Am 27. Oktober waren es 63,30 Hongkong-Dollar.

Der Industrieroboter-Hersteller Microintelligence verschob am 25. Oktober seinen für den 28. Oktober geplanten Börsengang in Hongkong und nannte die Marktlage als Grund.

Die Angaben sind Marktdaten, keine Anlageberatung.

02

Figure: 422 Meilen auf dem Laufband.

Firmenchef Brett Adcock schrieb am 23. Oktober auf X, ein Figure 03 sei in einem Belastungstest innerhalb von 13 Tagen 422 Meilen (rund 680 Kilometer) und 1,5 Millionen Schritte auf dem Laufband gelaufen. Am 19. Oktober hatte er nach neun Tagen 348 Meilen gemeldet. Ein Protokoll mit Pausen und Eingriffen gibt es nicht. Gehen auf dem Laufband ist zudem keine Arbeit.

Laut dem Branchenportal Humanoids Daily sagte Adcock in einem Video einer Betriebsversammlung, das Design des Nachfolgers F.04 sei festgelegt („design lock“). Das Video wurde am 22. Oktober öffentlich gestellt.

03

Spot für ICE: Protest aus der Belegschaft.

Laut dem Bostoner Radiosender WBUR (23. Oktober) forderten Beschäftigte von Boston Dynamics Anfang September in einer Petition, den Verkauf des Roboterhunds Spot an die US-Einwanderungsbehörde ICE zu stoppen. Knapp die Hälfte der rund 300 Unterschriften war laut einem Firmensprecher anonym.

In einem undatierten Brief schrieb Interims-Chefin Amanda McMaster, Boston Dynamics bleibe bei der Entscheidung. Laut dem Brief untersagen die Vertragsbedingungen eine Bewaffnung. Laut WBUR wurde im September ein Vertrag über 1,3 Millionen Dollar für vier Spot und weitere Spot-Technik geschlossen. Neu ist die Veröffentlichung, nicht die Petition.

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UBTECH: zwei Absichtserklärungen, keine Liefermenge.

Am 19. Oktober unterzeichneten UBTECH und das Büro für internationale Beziehungen der Regierung von Ras al-Chaima (Vereinigte Arabische Emirate) in Shenzhen eine Absichtserklärung. UBTECH soll Humanoide und ein Ingenieursteam für Vorführprojekte schicken. Als Testfelder nennt die Mitteilung Industriemontage, öffentliche Dienste, Altenpflege und Kulturtourismus.

Laut der Wirtschaftszeitung Yicai unterschrieb UBTECH während der China-EU-Kooperationsmesse auch mit dem Chinesisch-Europäischen Digitalverband aus Brüssel eine Absichtserklärung. Die Messe lief bis 23. Oktober, das genaue Datum nennt keine Quelle. Modell, Stückzahl und Wert nennen beide Erklärungen nicht. Liefermengen seines Begleitroboters U1 hat UBTECH weiter nicht veröffentlicht. Mehr im UBTECH-Porträt.

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China: Die Humanoiden-Normen haben Nummern.

Am 28. September wurden fünf Anforderungsnormen für humanoide Roboter veröffentlicht. Sie heißen GB/T 48317.1 bis 48317.5-2026 und behandeln Allgemeines, Umgebungswahrnehmung, Entscheidung und Planung, Bewegungssteuerung und Arbeitsoperationen. Alle sind Empfehlungen, keine Pflicht. Sie gelten ab 1. April 2027. Erste Verfasserfirma von Teil 2 ist Unitree, erster Verfasser ist Unitree-Gründer Wang Xingxing. Bei Teil 5 steht UBTECH vorn.

Den Normtext zeigt das chinesische Normenportal bisher nur für die sechste Norm, GB/T 48316-2026 zu Simulations-Testplattformen. Eine eigene Sicherheitsnorm ist nicht darunter. Die internationale Sicherheitsnorm ISO 25785-1 steht weiter auf der Entwurfsstufe vom Juli.

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XPeng: IRON soll sechs Sekunden vorausplanen.

Der chinesische Autobauer XPeng hat ein KI-Modell der zweiten Generation, das Bild, Sprache und Bewegung verbindet. Eine erweiterte Fassung laufe direkt auf dem Humanoiden IRON, rechne alle 0,2 Sekunden neu und sage Bewegungen für sechs Sekunden voraus. Das berichtete das Techportal IT Home am 22. Oktober unter Berufung auf XPeng. Gezeigt wurden Handschlag, Faustgruß und Abklatschen. Es sind Herstellerangaben. Einen neuen Termin nennt XPeng nicht.

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Qiyuan: 5.000 Roboter gefertigt.

Qiyuan ist eine Tochter von Swancor, einem Unternehmen, das der Roboterhersteller AgiBot kontrolliert. Laut der Wirtschaftszeitung Shanghai Securities News hat Qiyuan den 5.000. „persönlichen Roboter“ gefertigt. Laut Co-Präsident läuft alle 2,5 Minuten einer vom Band, die Tageskapazität liege über 200. Gefertigt heißt nicht verkauft.

AgiBot selbst veröffentlichte am 22. Oktober einen weiteren Datensatz für das Training von Robotern, nur für nicht kommerzielle Nutzung.

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Japan und Korea: Humanoide an der Werkzeugmaschine.

Mitsubishi Electric koppelt einen nicht benannten, handelsüblichen Humanoiden über einen KI-Aufgabenplaner an computergesteuerte Werkzeugmaschinen (CNC-Maschinen). Das zeigt das Unternehmen auf der Messe JIMTOF in Tokio (26. bis 31. Oktober). Praxisreif soll das System bis 2030 sein.

HD Hyundai Robotics zeigte laut dem Techportal ZDNet Korea einen zweiarmigen Oberkörper mit Fünffingerhänden, die je 7 Kilogramm tragen. Geplant sind demnach eine Version auf Rädern und später eine auf zwei Beinen.

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Geld für Hände und Antriebe.

Eka Robotics sammelte laut eigenem Blog in einer Serie-A-Runde, einer frühen Finanzierungsrunde, 150 Millionen Dollar für Roboterhände mit Kraftsensorik ein. Geldgeber sind unter anderem die Wagniskapitalfirmen a16z und F-Prime. Welche Bauform der ganze Roboter hat, sagt Eka nicht.

In Shenzhen meldete YITA laut dem Portal Touzijie am 20. Oktober zwei frühe Finanzierungsrunden über zusammen mehr als 100 Millionen Yuan. YITA wurde im Mai 2026 gegründet und stellt Gelenkmodule her, also Antriebseinheiten für Robotergelenke. Unter den Geldgebern sind die Roboterhersteller Galbot und Fourier.

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Pläne aus Industrie und Politik.

Nucleus Robotics ist ein 2026 gegründeter Integrator, also ein Dienstleister, der Roboter bei Kunden einrichtet. Laut dem Fachmedium automationspraxis will das Unternehmen „bis zu 100“ Humanoide über den Online-Marktplatz RBTX von igus beschaffen. Hersteller, Kunde und Termin nennt der Bericht nicht.

Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa, 21. Oktober) schlägt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer für das VW-Werk Zwickau eine „AutoUnion Sachsen GmbH“ vor. Zugleich empfehle Sachsen das Werk als Standort für ein „Exzellenzcluster Humanoide Robotik“, in Kooperation mit dem Bund. Das ist ein Vorschlag, kein Einsatz.

G1 · gefertigt seit Mai 2024 · ohne Stichtag

Zahl der Woche

10.000 bis 20.000 G1 hat Unitree seit der Vorstellung im Mai 2024 gefertigt, sagte Gründer Wang Xingxing laut den Wirtschaftszeitungen Securities Daily und Securities Times am 22. Oktober. Die Zahl zeigt, wie ungenau selbst eine Produktionszahl sein kann. Die Spanne ist 10.000 Geräte breit, und ein Stichtag fehlt. Die Obergrenze liegt über Unitrees eigener Gesamtzahl von Ende Juli, damals rund 18.000 gebaute Humanoide. Über Auslieferungen, Verkäufe oder Einsätze sagt die Zahl nichts. Nicht zu verwechseln ist sie mit einer gleich großen Spanne bei Tesla: Für die Trainingsflotte der „Optimus Academy“ nannte Elon Musk laut Mitschriften der Telefonkonferenz vom 21. Oktober „on the order of 10,000 or 20,000 bots“, also eine Größenordnung von 10.000 oder 20.000 Robotern. Das ist ein Plan, keine Produktion.

  • G1, gefertigt laut Gründer: 10.000 bis 20.000
  • alle Humanoide, gebaut bis Ende Juli laut Unitree: rund 18.000
KALENDER · STAND 27. OKTOBER

Termine bis Ende November

  1. : JIMTOF, Tokio. Auf der Werkzeugmaschinenmesse zeigt Mitsubishi Electric einen Humanoiden an CNC-Maschinen.
  2. : ANYbotics Industry Forum, Zürich. Eine Veranstaltung des Schweizer Roboterherstellers. Version 1.0 seiner Flottensoftware Shift hat ANYbotics für Oktober angekündigt. Bis 27. Oktober war sie nicht erschienen.
  3. : Unitrees erster Quartalsbericht als börsennotierte Firma. Am selben Tag um 22 Uhr deutscher Zeit endet die Frist, in der Churchill-Aktionäre ihre Anteile vor der Agility-Fusion zurückgeben können.
  4. : Quartalsbericht von Swancor. Swancor ist die Muttergesellschaft von Qiyuan und wird von AgiBot kontrolliert. Um 24 Uhr endet außerdem die Frist für NEURAs privates Forschungsprogramm MiPA (bis 500.000 Euro je Projekt).
  5. : Ende des Joybuy-Vorverkaufs für den R1. Der Preis liegt laut Händler bei 6.999 Euro.
  6. : Abstimmung über Agilitys Börsenfusion. Außerordentliche Hauptversammlung von Churchill Capital Corp XI, 9 Uhr Ostküstenzeit. Die USA stellen am 1. November auf Winterzeit um.
  7. : ADIPEC, Abu Dhabi. Energiemesse. ANYbotics ist laut eigener Seite an Ständen von Partnern vertreten.
  8. : Neunmonatszahlen von Schaeffler. Termin laut Finanzkalender des Konzerns.
  9. : Humanoid Europe, München. Kommerzielle Branchenkonferenz im Holiday Inn Munich City Centre.
  10. : CoRL 2026, Austin. Forschungskonferenz zum maschinellen Lernen für Roboter.
  11. : NexTech Week, Makuhari Messe (Japan). Mit der Ausstellung „Humanoid Robot EXPO“. Dort stellt GA Robotics aus, ein Vertriebspartner von UBTECH.
  12. : Ende des Joybuy-Vorverkaufs für den Booster K1 Geek. Versendet werden soll laut Händler vor dem 15. November.
  13. : KI-Kongress des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart. Thema: „Embodied AI als Schlüssel für die Industrie“, 9 bis 17 Uhr.
  14. : NVIDIA GTC Washington. Die Hauptrede (Keynote) ist am 1. Dezember um 14 Uhr Ostküstenzeit.

Danach: der Humanoids Summit (1. und 2. Dezember), die Tesla-Hauptversammlung (3. Dezember), die Forschungskonferenz IEEE-RAS Humanoids in Santa Clara (6. bis 9. Dezember), am 7. Dezember das Ende der Frist für Stellungnahmen zum US-Entwurf, am 31. Dezember der Stichtag für Agilitys Fusionsvertrag, ab 20. Januar 2027 die EU-Maschinenverordnung und ab 1. April 2027 die chinesischen Humanoiden-Normen.

Was sich im Radar ändert

  • Tesla Optimus: Statt „angekündigt, nicht gemeldet“ steht auf der Seite jetzt der gemeldete Produktionsbeginn in Fremont, Status „Early Ramp“, ohne Datum, Stückzahl und Kapazität. Das gilt auch für die übrigen Seiten mit Tesla-Bezug, etwa das Release-Radar.
  • Unitree G1: Bezugspreis ist jetzt der Reichelt-Preis von 27.220 Euro für die G1 Base, nur für Gewerbekunden. Der Aktionspreis von 25.125 Euro ist ausgelaufen. Die Note für Preis-Leistung bleibt bei 4. Angepasst sind auch die Preisübersicht und der Vergleich von G1 und R1.
  • Unitree R1: Der R1 Air ist bei Joybuy „derzeit nicht mehr verfügbar“. Die programmierbare R1 Edu ist dort für 13.999 Euro bestellbar.
  • UBTECH Walker S2: Hinter dem Einsatz in Fangchenggang steht laut der Hongkonger Zeitung South China Morning Post ein Auftrag über 264 Millionen Yuan für ein städtisches Datenerfassungs- und Testzentrum für Humanoide, Lieferung ab Dezember 2025 geplant. Im Einsatz-Tracker steht der Einsatz am Grenzübergang deshalb als Erprobung. UBTECH verspricht Dauerbetrieb rund um die Uhr, eine gemessene Verfügbarkeit hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.
  • Unitree H2: Gestrichen ist der Preisvergleich mit Figure, denn Figure nennt keinen öffentlichen Preis. In der Top 12 ist die H2-Beschreibung berichtigt: Die bewertete Basic-Version hat einen Core-i5-Rechner und keine Hände. Den Rechner Jetson Thor gibt es nur mit der EDU-Version, und das GR00T-Referenzdesign ist der H2 Plus.
  • Atlas, Forschungsmodell 2025: Rennen und Hüpfen sah der US-Sender CBS bei einem Besuch in der Boston-Dynamics-Zentrale in Waltham. Das Sortieren von Dachträgern sah CBS im Hyundai-Werk bei Savannah (Georgia). Bisher war alles dem Werk zugeordnet. Den Pilottest dort hat Hyundai laut eigener Angabe im Oktober 2025 abgeschlossen.
  • Humanoiden-Übersicht: In der Antwort zur Preisspanne ist eine unbelegte Preisangabe für Figure gestrichen. Die öffentlichen Listenpreise reichen bis 29.900 Dollar für den Unitree H2 Basic. Figure, Tesla und Boston Dynamics nennen keine öffentlichen Preise.

Worauf wir als Nächstes achten

Am 29. Oktober legt Unitree seinen ersten Quartalsbericht als börsennotierte Firma vor. Am selben Abend endet die Rückgabefrist für die Churchill-Aktionäre, am 2. November stimmen sie über Agilitys Börsenfusion ab. Am 26. Oktober beschrieb Agility außerdem eine geplante Ausweitung des Digit-Einsatzes beim Logistikkonzern GXO auf zwei weitere US-Standorte ab Anfang 2027. Dabei ging es auch um drei Fertigungskunden ohne Namen. Ob sie zu den vier vom 21. Oktober gehören, sagt Agility nicht. Darum geht es in der nächsten Ausgabe. Wir achten darauf, ob Tesla Stückzahlen aus Fremont nennt und das Optimus-Video zeigt, das Musk laut Mitschriften der Telefonkonferenz „in a month or so“ in Aussicht stellte. Veröffentlicht NEURA ein Ergebnis der Wäsche-Vorführung und Maße des 4NE1 Gen 4? Nennt Audi das Modell seiner Humanoiden, und bestätigt Schaeffler die Angabe von ROKAE? Und gibt ANYbotics Shift 1.0 noch im Oktober frei? Bis 7. Dezember läuft die Frist für Stellungnahmen zum US-Entwurf, der humanoide und vierbeinige Roboter ausdrücklich nennt. Offen ist weiter, ob Plim Robotics den Einsatz im ersten Haushalt mit mehr als Fotos belegt und ob UBTECH Liefermengen des U1 nennt. Eine Kundenauslieferung des 1X NEO hat 1X nicht gemeldet. Das für Ende September angekündigte Autonomie-Update des Navel ist bis 25. Oktober öffentlich nicht dokumentiert.

Quellen

Quellenstand: 25. Oktober 2026; am 27. Oktober nachgeprüft: die Schlusskurse von Unitree und UBTECH, Teslas Einreichungen bei der SEC, die Einreichungen und Fristen von Churchill Capital Corp XI sowie die Händlerangaben von Reichelt, Joybuy, MediaMarkt, Alternate und Funduino. Spätere Angaben, etwa vom 26. Oktober, stehen im Text mit Datum. Herstellerangaben, Pläne und Medienberichte sind als solche gekennzeichnet, Börsenangaben sind Marktdaten ohne Einschätzung. Titelbild: KI-Illustration, ein Roboter nach Optimus-Design in einer leeren Montagehalle (Symbolbild); es zeigt weder ein reales Werk noch einen realen Einsatz.